Fördermittel Banken informieren zu wenig

Bankberater sprechen Fördermöglichkeiten für Mittelständler zu selten an. Durch eine verstärkte Beratung würden jedoch mehr Unternehmen Förderkredite nutzen.

Bankberater informieren zu selten über Fördermöglichkeiten. Foto: Kzenon - Fotolia

Banken informieren zu wenig

Fast die Hälfte der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben in den vergangenen fünf Jahren nach Förderkrediten gesucht. Nur ein Viertel von diesen wurde von ihremBankberater auf die Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung gezielt angesprochen.

Fast ein Fünftel (18 Prozent) der nach Finanzierungsförderung suchenden Mittelständler haben aus Eigeninitiative agiert. Dabei laufen die meisten Anträge über den Firmenkundenberater der Hausbank.

So die Ergebnisse des Förderatlas Mittelstand der Forschungs- und Beratungsunternehmen evers&jung und YouGovPsychonomics. Auf Basis einer repräsentativen Telefonumfrage unter rund 1600 Klein- und Mittelstandsunternehmen wurden in 2010 die Bekanntheit und Nutzung von Förderangeboten der Landesförderinstitute und der KfW erhoben.

Bereitschaft für Beratung zur Förderung ist hoch

Die fehlende Bekanntheit der verschiedenen Fördermöglichkeiten ist der häufigste Hinderungsgrund für die Nutzung der staatlichen Investitionsunterstützungen und des Leistungsspektrums von Förderbanken. Durch verstärkte individuelle Beratung würden mehr Unternehmen Förderkredite nutzen, meinen 90 Prozent der befragten Mittelständler.

Laut der Ergebnisse der Befragung geben die Berater von Hausbanken oft noch nicht konsequent genug Hinweise zu Fördermöglichkeiten wie Förderdarlehen, Zuschüsse oder Bürgschaften.

Unternehmen beispielsweise aus Hessen (32 Prozent), Baden-Württemberg (30 Prozent), Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern (27 Prozent) hätten eine höhere Chance, von ihrem Bankberater auf Investitionsförderungen hingewiesen zu werden.

Unternehmern ist die Empfehlung der Bank wichtig

Schlechte Chancen für eine umfassende Finanzierungsberatung haben KMU laut des Förderatlas Mittelstand in Thüringen (15 Prozent) und Brandenburg (11 Prozent), da die Bankberater in diesen Bundesländern deutlich seltener einen entsprechenden Impuls an ihre Firmenkunden geben.

Der Beratungsprozess der Bankberater spiele jedoch die wichtigste Rolle: Denn neben den "günstigen Konditionen" (46 Prozent) ist die "Empfehlung der Hausbank" mit 20 Prozent auf Rang zwei der Gründe für einen Förderantrag.

dhz