Die Installation einer Solaranlage auf dem Firmendach dient der eigenen Stromversorgung - und damit der Rendite.
Frank Muck

Angesichts steigender Strompreise und dem endgültigen Beschluss des Atomausstiegs bis 2022 lohnt sich auch für Industrie- und Gewerbebetriebe die Investition in eine eigene Solarstromanlage. Die Nanotec GmbH & Co KG in Feldkirchen bei München betreibt seit dem 1. August selbst solch eine Anlage.
Um den eigenen Strombedarf langfristig günstig abzudecken, entschied sich Nanotec für ein Solarkraftwerk auf den Dachflächen ihrer Produktionsstätte. "Wir wollten uns unabhängig machen von den Energiepreisen der Energiekonzerne. Mit der Solarstromanlage erzeugen wir unseren Strom nun selbst und bekommen dafür sogar eine lukrative Vergütung vom Staat", begründet Benno Wimmer, Geschäftsführer von Nanotec, die Installation der Photovoltaikanlage. Doch für ihn ist die Solarstromerzeugung nicht nur eine Frage der Rendite. Es sei auch angesichts des Klimawandels eine moralische Verpflichtung. Schon auf seinem Privathaus und auf dem ersten Firmengebäude sind Anlagen vorhanden. Zusätzlich punktet Wimmer mit der Solaranlage bei der Umweltbilanz seiner ISO-Zertifizierung.
Das TÜV-zertifizierte Unternehmen wurde 1990 mit nur drei Angestellten gegründet. Heute umfasst es 40 Mitarbeiter und ein Betriebsgelände von mehr als 5.300 m2. Nanotec ist spezialisiert auf die Implementierung von individuellen Antriebslösungen. 1995 brachte die Firma den 1. Plug and drive Motor mit integrierter elektronischer Steuerung auf den Markt. Im Jahr 2006 erweiterte das Unternehmen sein Produktportfolio durch das Joint Venture mit einem chinesischen Kleinstmotorenhersteller für Medizin- und Robotertechnik. 2010 erwirtschaftete es einen Umsatz von 13,5 Millionen Euro und für dieses Jahr sind 16 Millionen angestrebt.
Eigenverbrauchsförderung wird bald eigneschränkt
Das Solarkraftwerk der Firma Nanotec, das am 1. August in Betrieb gegangen ist, produziert ca. 80.000 kWh sauberen Solarstrom im Jahr und trägt somit einen wesentlichen Bestandteil zur Energieerzeugung bei. Die Installation sei letztlich kein Problem gewesen, berichtet Benno Wimmer. Das Flachdach biete sich für eine aufgeständerte Solaranlage an. Nur der Brandschutz habe angepasst werden müssen. Projektierung und Installation übernahm das Solarfachunternehmen Sun Garant, das seit 27 Jahren im Bereich Solarenergie tätig ist. "Wer von der EEG-Regelung ebenfalls Gebrauch machen will, sollte sich besser beeilen. Die Regierung hat sehr starke Einschnitte in der Eigenverbrauchsförderung zum Jahresende angekündigt", so Martin Praml, Geschäftsführer bei Sun Garant.
Laut EEG kann jeder Anlagenbetreiber den erzeugten Strom selbst verbrauchen und den überschüssigen Teil ins öffentliche Netz einspeisen. Aktuell wird der selbstgenutzte Strom mit bis zu 16,74 Cent/kWh vergütet. Zusammen mit dem eingesparten Strom von ca. 18 Cent/kWh, den man nicht mehr kaufen muss, hat der selbsterzeugte Strom einen Wert von bis zu ca. 34,74 Cent/kWh.
Die Anlagenbetreiber sichern sich so 20 Jahre lang günstigen Strom und tragen aktiv zur Energiewende bei. Nach Informationen der Firma SunGarant amortisiert sich eine solche Anlage normalerweise nach zehn bis zwölf Jahren. Seinen Strombedarf hat Benno Wimmer damit auf jeden Fall jetzt schon zu 50 Prozent abgedeckt.
Tipp: Mieten statt kaufen
Basierend auf der aktuellen Eigenverbrauchsregelung gibt es die Möglichkeit, eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach zu mieten. Der Dacheigentümer überlässt sein Dach dazu einem Investor. Der Investor errichtet auf dem Dach eine Photovoltaikanlage inklusive Zählertechnik für Eigenverbrauch. Der Dacheigentümer verbraucht den erzeugten Solarstrom selbst und zahlt dem Investor dafür ein Nutzungsentgelt. Dieses entspricht rechnerisch der Differenz zwischen Eigenverbrauchsvergütung (16,74 Cent) und Einspeisevergütung (bis zu 28,74 Cent). Der Dacheigentümer sichert sich so 20 Jahre lang günstigen Strom für z.B. 12 Cent/kWh. Eine Win-win-Situation für beide.