Peter Maffay hat das Ferienheim für benachteiligte Kinder in Radeln eingeweiht Sichtbares Signal der Solidarität

Im rumänischen Dorf Radeln hat der Rocksänger Peter Maffay ein Ferienheim für traumatisierte Kinder feierlich eingeweiht. Dass die Sanierung des ehemaligen Pfarrhauses so schnell abgeschlossen wurde, ist auch dem großen Engagement vieler Handwerker aus Deutschland zu verdanken

Ulrich Steudel

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    Symbolische Schlüsselübergabe zur Einweihung des therapeutischen Kinderheims in Radeln.
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    Der Rocksänger Peter Maffay spricht zur Einweihung des therapeutischen Ferienheims für traumatisierte Kinder in Radeln.
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    Zunächst versammelten sich die zahlreichen Gäste zu einem Gottesdienst in der altehrwürdigen Kirche des Dorfes.
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    Rumäniens Außenminister Teodor Baconsky übernahm die Schirmherrschaft für das Projekt "Kirchenburg Radeln – ein Schutzraum für Kinder". Er und Peter Maffay (li.) unterzeichneten einen entsprechenden Vertrag.
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    Die Kinder standen im Mittelpunkt der Einweihungsfeier.
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    Siebenbürgen, die Heimat von Peter Maffay, ist bekannt für ihre historischen Kirchenburgen. Eine davon steht in Radeln. Auf ihrem Gelände werden sich künftig traumatisierte und benachteiligte Kinder mit ihren Betreuern erholen können.

Was ein fester Wille, gelebte Solidarität und die Tatkraft des Handwerks zu leisten vermögen, hat der Musiker Peter Maffay mit seinem Hilfsprojekt „Schutzraum für Kinder“ unter Beweis gestellt. Anfang Juli konnte nach nur 15-monatiger Bauzeit das therapeutische Ferienhaus für traumatisierte Kinder auf dem Gelände der Kirchenburg im rumänischen Radeln feierlich eröffnet werden.

Im Rahmen der Aktion „Deutsches Handwerk hilft“ sind viele Handwerker nach Siebenbürgen gefahren, um bei der Sanierung des Pfarrhofes unentgeltlich zu helfen. Andere haben Geld oder Material gespendet. Dafür zeigte sich Maffay dankbar. „Hier wird deutlich, dass soziale Kompetenz keine leere Worthülse ist“, sagte der Rocksänger. Das Engagement in seiner ehemaligen Heimat reicht jedoch weit über den sozialen Aspekt hinaus. Denn das Dorf Radeln (rumänisch Roades) wird endlich aus der Vergessenheit geholt, wie Bischof Reinhart Guib während des Gottesdienstes in der überfüllten Kirche betonte. Noch ist Radeln nur über eine Schotterpiste zu erreichen, es gibt keine Kanalisation, viele Häuser sind baufällig. „Wir haben eine umsetzbare Vision, mit der wir die Region stärken werden“, versprach Maffay.

Erste Zeichen der Veränderung sind unverkennbar. So wird an einem Bio-Bauernhof und einer Arztpraxis gearbeitet. Kulturstaatsminister Bernd Naumann sagte Fördergelder für die Sanierung der historischen Kirchenburg zu. Und auch die Deutsche Handwerks Zeitung und handwerk magazin, die zusammen mit der Peter Maffay Stiftung die Aktion „Deutsches Handwerk hilft“ ins Leben gerufen haben, werden den Wiederaufbau weiterhin unterstützen. Denn die Hilfsbereitschaft vieler Meister und Gesellen ist ungebrochen.

In der Woche vor der Eröffnung haben 15 Handwerker Bäder und Tore eingebaut, Decken und Wände gestrichen. Weitere Einsätze sind bereits geplant. Seit Baubeginn waren rund 80 deutsche Handwerker in Radeln und haben insgesamt 640 Tage ohne Bezahlung und unter schwierigen Bedingungen gearbeitet. Ihr Werk sieht Peter Maffay als sichtbares Signal der Solidarität.

Stimmen

Bernd Naumann, Kulturstaatsminister: „Ich finde es eine ideale Lösung, dort, wo früher Menschen Schutz vor Bedrohung gefunden haben, nun Kinder zu behüten, um ihnen den Weg in eine bessere Zukunft zu eröffnen.“

Alexander Holzmann, Verleger der Deutschen Handwerks Zeitung : „Mich hat das Engagement der Handwerker vor Ort sehr beeindruckt. Dieser selbstlose Einsatz, die Ärmel hochzukrempeln und einfach zu helfen - das ist wohl typisch Handwerk. Wir freuen uns, dass wir mit der Aktion ,Deutsches Handwerk hilft‘ die Brücke von Deutschland nach Rumänien bauen konnten. So lange weitergebaut wird, sind wir gerne weiter als Partner mit an Bord und unterstützen mit unseren medialen Möglichkeiten.“

Wilhelm Makkay, Vater von Peter Maffay: „Ich bin sehr stolz auf meinen Sohn und blicke trotz meines hohen Alters optimistisch in die Zukunft.“ ste