„Wir finden die Idee großartig“

In ganz Deutschland haben sich Betriebe zum „Tag des Handwerks“ einiges einfallen lassen, um zu zeigen, dass sie die „Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ sind

Vielfältig und kreativ: So will sich das Handwerk beim bundesweiten Aktionstag präsentieren. +#x21e5;Foto: ZDH

„Wir finden die Idee großartig“

Die T-Shirts für die mehr als 100 Mitarbeiter sind bereits bestellt. „Auch alle Führungskräfte und Meister werden sie tragen“, sagt Unternehmer Ulrich Kraft. Zum „Tag des Handwerks“ am 3. September wird die gesamte Belegschaft des Malerbetriebs aus Ludwigsburg im einheitlichen Kampagnen-T-Shirt auftreten und so auf die „Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ aufmerksam machen. So wie Ulrich Kraft nutzen kleine und große Handwerksbetriebe deutschlandweit den „Tag des Handwerks“ , um für sich und das Handwerk zu werben.

Werben mit dem Stemmeisen

Unter dem Motto „Deutschland ist handegemacht“ werden zahlreiche Handwerksbetriebe zeigen, wie fortschrittlich und kreativ der Wirtschaftsbereich ist. Der Tag des Handwerks wird verdeutlichen, „dass unser modernes Leben ohne das Handwerk nicht denkbar ist“, sagt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

In der Glaserei Sori und Zähringer in Freiburg dürfen Interessierte mit dem Stemmeisen Handwerkerleistungen testen. „Wir haben ein 08/15-Fenster und ein einbruchsicheres nebeneinander aufgebaut“, erzählt Janez Sori, Geschäftsführer der Glaserei. „Die Leute dürfen versuchen, die Fenster mit einem Stemmeisen aufzubrechen. Damit sie den Unterschied sehen.“

Auch Petra Engemann, Schreinerin und Gestalterin im Handwerk, aus Kassel öffnet ihre Werkstatt für Kunden, Nachbarn und Interessierte an diesem Tag. Sie ist neu im Viertel und will den „Tag des Handwerks“ nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen: „Ich habe die Schreinerei übernommen. Der ,Tag des Handwerks‘ ist für mich eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass es die Schreinerei wieder gibt.“ Sie werde Möbel aufbauen und ihre Arbeit präsentieren.

Eines ihrer Projekte ist die Aufbereitung alter Fachwerkbalken. Die Balken stammen von einem Haus, das abgerissen wurde. Aber „in diesem Haus soll das Alte weiterleben“, sagt Engemann. „Mit der Aufarbeitung der alten Fachwerkbalken, die etwa 300 Jahre alt sind, werden neue Treppenstufen entstehen, Parkett und einzelne Möbel.“ Der „Tag des Handwerks“ sei zeitlich ideal für die Handwerkerin: „Jetzt ist der Betrieb so weit, dass ich mit Werbung in die Öffentlichkeit gehen kann.“

Ulrich Kraft findet die Idee großartig, einen „Tag des Handwerks“ zu veranstalten. Deshalb mache er mit seinen Mitarbeitern auch mit. „Die Bedeutung des Handwerks wird unseres Erachtens zu wenig wahrgenommen und geschätzt“, sagt Unternehmer Kraft. In der DDR hätte man nach der Wende sehen können, wozu es führt, wenn der Wirtschaftsriese Handwerk nicht funktioniere. Das könne gar nicht oft genug kommuniziert werden.

„Witzig und modern gemacht“

Kraft weiter: „Außerdem ist die Kampagne der Kammern modern, zukunftsorientiert und witzig gemacht, da identifiziert sich auch ein großer Handwerksbetrieb gerne.“

Der Startschuss zum „Tag des Handwerks“ fällt bereits am 2. September in Berlin. ZDH-Präsident Kentzler wird die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks für Deutschland aufzeigen. Am Wochenende wird in der Hauptstadt eine Ausstellung über die mehr als 130 handwerklichen Berufe informieren. Bundesweit werden außerdem Plakate, Anzeigen in Zeitungen und Werbespots im Fernsehen und Radio auf die Aktion aufmerksam machen.

Was zum „Tag des Handwerks“ alles geboten sein wird, darüber informiert eine eigene Aktionsseite auf handwerk.de. Über eine interaktive Karte kommen die Besucher auf die Seiten der Handwerskammern mit den regionalen Veranstaltungen.

Den Leitfaden, weitere Informationen und den Onlineshop zum Tag des Handwerks und zur Imagekampagne finden Sie unter www.handwerk.de