Abschalten und ausschalten

Die Urlaubszeit richtig nutzen

Professor Dirk Windemuth ist Leiter des Instituts für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in Dresden. +#x21e5;Foto: IAG

Abschalten und ausschalten

Endlich ist es so weit. Der Urlaubsantrag ist gestellt, die Reise gebucht - jetzt nur noch schnell den Mobilfunkanbieter auswählen, damit die Telefon- und Onlinekosten für die Smartphone-Nutzung im Ausland nicht zu hoch werden. Welcher Tarif ist nur der Beste? Ein Tarifrechner gibt Auskunft - schnell gecheckt und den Anbieter gewählt. Doch Stopp! Muss das wirklich alles sein?

Traut man Umfragen, ist das Bearbeiten von E-Mails im Urlaub inzwischen durchaus üblich. Angeblich erledigen über die Hälfte der Arbeitnehmer aus Deutschland ihre E-Mail-Geschäfte auch in der Freizeit. Insofern ist das - statistisch betrachtet - völlig normal.

Der Urlaub soll aber der körperlichen Erholung und der Besinnung auf Dinge dienen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Urlaub bedeutet abzuschalten. Wer nicht abschaltet, kann sich auch nicht erholen. Und wer sich nicht erholt, hat es nicht nur schwerer, die Zeit bis zum nächsten Urlaub durchzuhalten. Er ist danach auch weniger leistungsfähig. Mangelnde Erholung schadet Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Sicher ist, dass viele Beschäftigte im Urlaub schwer entbehrlich sind und zu recht Sorge haben, dass Wichtiges liegen bleibt. Oder dass sie nach dem Urlaub von einem völlig überfüllten elektronischen Briefkasten so überwältigt werden, dass der Erholungseffekt gleich wieder weg ist. Beschäftigte müssen daher vor dem Urlaub dafür sorgen, dass sie im Urlaub ungestört sind. Dafür müssen sie auch ihren Arbeitgeber in die Pflicht nehmen. Gemeinsam müssen sie überlegen, wie die Geschäfte in der Zeit der Abwesenheit weiterlaufen. So können etwa technische Hilfsmittel wie E-Mail-Weiterleitungen an Kollegen so eingesetzt werden, dass der Betrieb weiterläuft und der Beschäftigte zugleich ungestört ist.

Bedenken Sie: Ihre Kommunikationspartner lernen schnell, ob Sie im Urlaub auf E-Mails reagieren oder nicht. Sobald sie merken, dass Sie nicht reagieren, wird sich die Zahl der E-Mails deutlich reduzieren. Finden Sie im Betrieb eine Lösung, damit Sie im Urlaub Ihr Handy nicht nutzen müssen. Schalten Sie es aus. Besser noch: Lassen Sie es gleich im Büro.