Ausbildungsprojekt "Abi & Auto"

Kfz-Handwerk will Abiturienten mit verkürzter Ausbildungszeit locken.

Ausbildungsprojekt "Abi & Auto"

Das Handwerk kümmert sich nicht nur verstärkt um Jugendliche mit Bildungsdefiziten, es hat auch die Höherqualifizierten im Blick: Die Kfz-Innung München-Oberbayern startete jetzt das Ausbildungsprojekt "Abi & Auto“ für Abiturienten im Kfz-Gewerbe. Für sie besteht nun die Möglichkeit, innerhalb einer verkürzten Zeitspanne zur Meisterprüfung geführt zu werden. So sollen besonders leistungsstarke Schulabgänger frühzeitig mit den Karrieremöglichkeiten vertraut gemacht werden.

Hightech und harter Wettbewerb

Der Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern, Hans Medele, betont, dass der Alltag der deutschen Kfz-Betriebe computergesteuerte Netzwerke im Automobil, hochwertige und anspruchsvolle Diagnosetechnik, moderne Antriebskonzepte und alternative Kraftstoffe seien. "Das Kfz-Handwerk ist Hightech. Um in einem zunehmend härteren Wettbewerb auch in Zukunft zu bestehen, braucht das Kfz-Gewerbe kluge Köpfe, die ihren Weg gehen und verantwortungsvolle Tätigkeiten suchen“, so Medele.

Die Ausbildung im Rahmen von "Abi & Auto" dauert insgesamt drei Jahre. Die Teilnehmer durchlaufen eine auf zweieinhalb Jahre verkürzte Ausbildung zum Beruf Kfz-Mechatroniker (Verkürzung um zwölf Monate). Ab dem dritten Ausbildungsjahr erwerben die Teilnehmer ausbildungsbegleitend die notwendigen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse für eine künftige Meisterprüfung. Dadurch wird es möglich, bereits ein halbes Jahr nach der Gesellenprüfung die Prüfung zum staatlich anerkannten Kfz-Servicetechniker abzulegen.

Eigene Fachklasse an der Berufsschule

Wenn die Prüfungen des Projekts bestanden werden, kann ein Teilnehmer durch den anschließenden Besuch des Kfz-theoretischen Teil des Meisterkurses auch noch in kürzester Zeit den Meistertitel im Kfz-Technikerhandwerk erwerben.

Um an dem Projekt teilnehmen zu können, müssen Auszubildende die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife besitzen. Abiturient und Ausbildungsbetrieb gehen zwei Verträge ein: einen Ausbildungsvertrag und einen Qualifizierungsvertrag. Der Kfz-Betrieb übernimmt alle regulären Kosten der Ausbildung, die Übernahme der Kosten der Qualifizierungskurse wird zwischen Projektteilnehmer und Kfz-Betrieb frei vereinbart. An der Berufsschule Landsberg am Lech wurde eine eigene besondere Fachklasse eingerichtet, der Unterricht wurde für die Zielgruppe spezifisch angepasst. Die projektbegleitenden Qualifizierungskurse werden von der Kfz-Innung und einem Bildungszentrum der Handwerkskammer durchgeführt.

dhz