Ausbildung statt Studium "Eine echte Alternative"

Angesichts der vielen noch unbesetzten Lehrstellen appelliert ZDH-Präsident Kentzler an Abiturienten, die Chancen einer Handwerksausbildung zu nutzen. Schließlich hätten Meister oder Techniker später ein viel geringeres Arbeitslosigkeitsrisiko als Akademiker.

Nach der bestandenen Abiturprüfung entscheiden sich zwar immer mehr Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk. Noch ist die Zahl jedoch relativ gering. Foto: dapd

"Eine echte Alternative"

"Die Karriere mit Lehre im Handwerk ist eine echte Alternative", sagte Kentzler den "Ruhr Nachrichten", da 2011 und in den kommenden Jahren eine Flut von Studienanfängern über die Hochschulen hereinbrechen werde. Schon jetzt entscheiden sich immer mehr Jugendliche nach dem Abitur für eine Ausbildung im Handwerk, sie verteilen sich jedoch meist auf wenige Berufe wie Fotograf, Goldschmied oder Hörgeräteakustiker. Die Abiturientenquote im Handwerk liegt in Deutschland aktuell bei 6,9 Prozent und ist damit noch ausbaufähig.

Nach Angaben Kentzlers bilden Hauptschulabsolventen weiterhin mehr als die Hälfte der Auszubildenden im Handwerk. In diesem Jahr werde von den Betrieben ein besonderer Schwerpunkt auf die Integration von Menschen mit individuellen Problemen gelegt, sagte der Handwerkspräsident. "Nur eine praxisnahe Berufsvorbereitung kann schulmüde Jugendliche an eine Lehre heranführen", stellt er im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" fest und plädierte für eine Ausweitung der erfolgreichen Einstiegsqualifizierung. So könnten mehr Jugendliche an eine Lehre herangeführt und mehr freie Stellen besetzt werden. Denn aktuell haben 41 Prozent der Handwerksbetriebe Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, jeder vierte davon konnte trotz intensiver Bemühungen bislang kein geeignetes Personal finden.

dapd/dhz