Unternehmen haben Krisenfonds bisher weniger genutzt als erwartet. Kreditabsicherung zunehmend wichtiger
Von Karin Birk
Bürgschaften stark nachgefragt
Bisher haben Unternehmen die Mittel aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland weniger nachgefragt als erwartet. „Seit seiner Einrichtung Anfang März 2009 bekamen bis Ende Februar 2010 mehr als 12.200 Unternehmen 11,5 Milliarden Euro aus dem Wirtschaftsfonds“, berichtet Wirtschaftsstaatssekretär Ernst Burgbacher (FDP) von einer Evaluierung des Fonds. Insgesamt stehen dem Fonds bis Ende dieses Jahres 115 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon entfallen 75 Milliarden Euro auf Bürgschaften und 40 Milliarden Euro auf KfW-Kreditprogramme. Auf Forderungen nach einer Verlängerung des Wirtschaftsfonds über das Jahr 2010 hinaus reagierte Burgbacher zurückhaltend.
Wie es im Bundeswirtschaftsministerium heißt, haben die Bürgschaftsbanken des Mittelstands kleinen und mittleren Unternehmen im genannten Zeitraum Bürgschaften über 1,31 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Dies sei ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hinzu kommen Bürgschaften für Großprojekte von rund 3,85 Milliarden Euro. Wie die Vorsitzende des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken, Waltraud Wolf, hinzufügte, wollten Mittelständler in den vergangenen Monaten vor allem Kredite für Betriebsmittel absichern.
Für den weiteren Jahresverlauf wird mit einer steigenden Nachfrage nach Bürgschaften gerechnet. „Viele kleine und mittlere Unternehmen haben in der Krise ihre Reserven aufgebraucht“, sagte Burgbacher. Um im Aufschwung Betriebsmittel- oder auch Investitionskredite finanzieren zu können, würden Bürgschaften wichtiger.
Aufschwung könnte zum Problem werden
Unterdessen warnte auch die staatliche KfW-Bankengruppe vor wachsenden Finanzierungsproblemen und einem rückläufigen Kreditneugeschäft. Als Grund nannte die KfW die zunehmend schwache Eigenkapitalversorgung der Hausbanken. Eine Bürgschaft kann hier insoweit helfen, dass sich für die Bank das Kreditausfallrisiko verringert und sie weniger Eigenkapital hinterlegen muss. Da es Unternehmen neben genügend Sicherheiten oft auch an ausreichend Eigenkapital fehlt und dies gerade im Aufschwung zum Problem werden könnte, stellte Burgbacher eine neue Möglichkeit der Finanzierung von Betriebsmitteln vor. Danach sollen ab sofort zukunftsfähige Unternehmen Betriebsmittel durch eine Kombination von verbürgtem Hausbankkredit und Eigenkapitalhilfe einer mittelständischen Beteiligungsgesellschaft finanzieren können. Die Bürgschaftsbanken übernehmen dabei 75 Prozent des Finanzierungsvolumens und die Beteilungsgesellschaften 25 Prozent.
Außerdem wollen Bürgschaftsbanken dafür sorgen, dass Anträge für Kredite bis zu 250.000 Euro künftig innerhalb von maximal 15 Arbeitstagen und Kredite bis zu 500.000 Euro in maximal 20 Arbeitstagen bearbeitet werden.