Unentdeckte Landschaften in den neuen Bundesländern Die Altmark – eine antike Perle in Mitteldeutschland

Ruhe, weite Landschaften und unberührte Natur - dafür steht die Altmark. Dieser Teil Sachsen-Anhalts mit ausgedehnten lichten Wäldern und endlos scheinenden Heideflächen wird nicht nur von der Elbe, sondern auch von Bode, Ohre, schwarze und weiße Elster oder Mulde durchzogen. Und diese Flüsse schaffen den Lebensraum für viele seltene Tierarten, aber auch für einen entspannten Natur-Urlaub.

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    Gut festhalten sollte man sich beim Kutsche fahren. Foto: IV Sternreiter
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    Storchenpaar beim Brüten. Foto: Heilmannseder

Die Altmark – eine antike Perle in Mitteldeutschland

Hat man diese Landschaft erst einmal auf der Karte gefunden - Sachsen-Anhalt grenzt im Osten an Brandenburg, im Südosten an Sachsen, im Süden an Thüringen und im Westen an Niedersachsen – stellt man fest, dass die Wiedervereinigung auch Wissenslücken schließen half. Die Landeshauptstadt Magdeburg liegt auf halbem Wege zwischen Hannover und Berlin, also nahezu in der Mitte des Landes. Dann gibt es in der Altmark auch noch Hansestädte wie Stendal, Gardelegen, Salzwedel, Tangermünde, Osterburg, Seehausen und Werben. Diese sieben altmärkischen Städte bildeten vom 13. bis zum 15. Jahrhundert den Altmärkischen Städtebund und waren durchaus wehrhafte und wohlhabende Hansestädte. Doch nur Stendal und Salzwedel behielten ihren Hansestatus bis 1518. Heute sind alle alten Hansestädte Mitglieder des neuen Hansebundes und haben ihre alten Strukturen und Schönheiten weitgehend bewahren können. Dies macht sie attraktiv und da ja auch vieles restauriert wurde und so die Schönheit und Eigenheit dieser Städte in der Altmark ins richtige Licht gerückt wurde, sind diese Städte Anziehungspunkte und auf jeden fall eine Reise wert.

Freizeitvergnügen groß geschrieben

Der Elberadweg führt ca. 860 Kilometer am größten Fluss der Altmark entlang. Ihn ganz zu bewältigen erfordert gute Kondition, garantiert aber auch hervorragenden Naturgenuss.

Ein Hauptspaß in dieser Gegend ist das Kutsche fahren. Der Reiterhof Neulingen in Losse, bietet nicht nur Reitkurse an, man kann dort auch in herrlicher Umgebung übernachten.

Kanu fahren ist auf so gut wie allen Flüssen möglich und noch eines der wirklich echten Abenteuer.

Die beliebtesten Fortbewegungsarten in einem Aktivurlaub sind nach wie vor Wandern und Radwandern in der Altmark. Fahrräder kann man meist vor Ort leihen.

Viele Ortschaften haben sich ganz dem Wandern verschrieben und sich zu Wandernestern zusammengeschlossen. Insgesamt werden so über 700 Kilometer Wanderwege angeboten, die auch den Qualitätskritierien des Deutschen Wanderverbandes unterliegen.

Auch die Beobachtung von Störchen, deren Nester in der Altmark auf vielen Schornsteinen zu finden sind, ist ein spannendes Erlebnis. Diese Tiere sind die Anwesenheit des Menschen gewöhnt und lassen sich bei ihren Brutgeschäften überhaupt nicht stören.

Ein großes Vogelparadies hat sich auch im Vierländereckentwickelt. So kann man kann auf eigene Faust, aber mit der nötigen Ruhe seltene Vögel entdecken Der Erfolg hängt jedoch immer vom eigenen Verhalten ab. An guten Tagen kann man Kraniche, Kiebitze, Saat- und Blässgänse und auch den Seeadler entdecken.

Der ehemalige Todesstreifen, der die DDR von der BRD trennte, hat heute den Namen "Grünes Band“. Durch diese von der Natur zurückeroberte Landschaft gibt es geführte Touren, die den interessierten Gästen auch die Geschichte dieser geschundenen Zone nahebringen. Der Rundweg ist beschildert und etwa zwölf Kilometer lang. So wurde aus der grausamen und menschenverachtenden Grenze eine faszinierende Kulturlandschaft in deren Mittelpunkt der Dreiklang aus Natur, Kultur und Geschichte steht.

Gaststuben, Schlafstuben und Hexenverbrennung

In den Exempel Gaststuben in Tangermünde wird zu gutem Essen ein „Kuhschwanz Schwarzbier“ getrunken und natürlich gibt es zum Namen des Bieres auch eine schöne Geschichte. Die Exempel Schlafstuben, ein außergewöhnliches Hotel mit verrückten Zimmern sind wirklich eine Besonderheit, wobei es für "konservative Gäste" selbstverständlich auch "normale" Zimmer gibt. Außerdem ist in einem alten Schulhaus noch eine Dependance untergebracht, wo man sich nach dem Essen zwischen Tintenfässern und Schulkreidebüchsen an seine Kindheit erinnern kann.

Bei einem Spaziergang durch Tangermünde wird man mit Sicherheit auch die Statue der Grete Minde finden, die an die schlimme Zeit der Hexenverfolgung erinnern soll. Grete Minde war eines der Opfer, denn man legte ihr zur Last, die Stadt in Brand gesteckt zu haben. Und so wurde sie nach peinlichster Befragung im Jahr 1619 hingerichtet.

Die Altmark ist voll Geschichte und voll Natur. Vieles ist, auch weil es einmal die DDR gab, vernichtet worden. Doch Vieles hat die Zeitläufe überlebt und gibt heute Zeugnis ab, wie kulturell hoch dieses Land war und wie es nun bemüht ist, seine eigentliche Geschichte zu bewahren und zu zeigen.

dhz

Informationen beim Tourismusverband Altmark e.V. Marktstraße 13, 39590 Tangermünde, Tel.: 039322 -3460, Fax: 039322-43233