Das Fränkische Seenland, fast genau in der Mitte Bayerns gelegen, ist ein attraktives und abwechslungsreiches Erholungsgebiet. Neben der traumhaften Landschaft bietet es auch viel Kunsthistorisches. Und die Seen, obwohl künstlich angelegt, haben sich wie selbstverständlich in die Landschaft eingefügt.
Kulturreise im Fränkischen Seenland
Zunächst aus ganz praktischen und notwendigen Gründen entstand das Fränkische Seenland: Man brauchte einen Wasserspeicher, um die notwendige Menge an Wasser in den wasserärmeren Norden leiten zu können. Nun bieten auch die Freizeitanlagen an Altmühlsee, kleinem Brombachsee, Igelsbachsee und großem Brombachsee zahlreiche Erholungsmöglichkeiten, denn mit Ausnahme der Naturschutzzonen sind sie rundum zugänglich.
Die Region lädt ihre Besucher aber auch ein, sich auf die Spuren der vergangenen Zeiten zu begeben. Der einst mächtige Deutsche Orden, bis 1809 bedeutender Teil der Geschichte, baute Städte, Burgen und Schlösser. Orte wie Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber aber auch Ellingen und Wolframs-Eschenbach sind dafür gute Beispiele. So wurde das fürstliche Brauhaus Ellingen im Jahr 1690 erstmals urkundlich erwähnt. Heute ist das Ellinger Brauhaus mit seinem guten Bier, dem typischen fränkischen Essen und dem sonnigen Biergarten historisch, aber auch kulinarisch eine Attraktion.
In der reichen Geschichte dieser Region haben selbstverständlich auch die Römer ihren Platz, da sie vor mehr als 2000 Jahren das heutige Seenland besetzten und hier den Limes, den großen Grenzwall, errichteten. Heute gehört der Limes zum Weltkulturerbe der UNESCO und gilt als das größte Bodendenkmal Europas.
Bei Theilenhofen ist das Fundament eines ehemaligen Römerbades zu sehen. Es weist auf eine zivile Siedlung hin, die um das Kastell ICINIACUM neben dem heutigen Theilenhofen entstand. Die Badekultur war bei den Römern hoch entwickelt und ein wichtiger Bestandteil des römischen Lebens. Die erhaltenen Mauerreste stammen aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus.
In Wolframs Eschenbach, benannt nach dem Minnesänger Wolfram von Eschenbach, dem Dichter des Parzival, ist das Frauenmünster, das der Himmelfahrt Christi geweiht ist, unbedingt sehenswert. Das Heimatmuseum, eigentlich ein Literaturmuseum, befasst sich ausführlich mit dem Namensgeber der Stadt und seinem Werk.
Spalt, oberhalb des großen Brombachsees, ist für seinen würzigen Hopfen bekannt, hat jedoch eine ebenso abwechslungsreiche Geschichte. Eine Führung mit dem engagierten und äußerst kundigen Stadtführer sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein Geschichtsweg, der teilweise entlang der Stadtmauer führt, zeigt die Schönheiten der Stadt.
Gunzenhausen ist die Stadt, die der Sage nach auch einmal Kaspar Hauser beherbergt haben soll. Der Limes führt mitten durch diesen sehr hübschen mittelalterlichen Ort. Von hier ist es nicht mehr weit zum Altmühlsee, der hervorragend zum Wandern geeignet ist. Interessante Überraschungen erlebt man bei der Nachtführung $(LB0:"Von Hexen und Henkern“|#http://www.gunzenhausen.de/gaeste/kinderfam.html)$, was man jedoch beim anschließenden Besuch in einem der zahlreichen Biergärten bei gutem Essen und fränkischem Bier wieder kompensieren kann.
Das Kloster Heidenheim gehört zu den sehr alten Klöstern in Bayern, blickt es doch auf eine 1250-jährige Geschichte zurück, in der die Reformation, wie so oft in Franken, eine wichtige Rolle spielt. Das romanische Münster mit den eindrucksvollen Türmen weist den Weg zum imposanten Kreuzgang und dem eindrucksvollen Kapitelsaal, der den Mönchen als Versammlungsraum diente. Kloster und Kirche gelten als unentdecktes Kleinod im fränkischen Raum.
Kalbensteinberg, erstmals 1194 erwähnt, liegt mitten im fränkischen Kirschenanbaugebiet und auch direkt am Jakobs-Pilgerweg. Als Ausgangspunkt für Wanderungen sehr beliebt, sollte man unbedingt noch die Rieter-Kirche besuchen, die zu den wertvollsten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gehört. Die Patrizierfamilie Rieter hat in ihrer Kirche reiche Kunstschätze gesammelt – der berühmteste und wertvollste Schatz ist aber wohl die Theodorus-Ikone aus dem 16. Jahrhundert.
Als besondere Sehenswürdigkeit im fränkischen Seenland bietet sich noch ein denkmalgeschützter Gasthof in Spielberg an. Im $(LB0:Brauereigasthof Gentner|#http://www.gasthof-gentner.de/)$ kann man die gute alte Zeit neu erfahren: Das ursprüngliche Ambiente wurde zurückgeholt, aber auf den heutigen Komfort muss man nicht verzichten.
Informationen beim Tourismusverband Fränkisches Seenland, Postfach 1365, 91703 Gunzenhausen; Tel. 09831/5001 -20
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