Frauen sind in der dualen Berufsausbildung immer noch in der Minderheit. 2010 wurden bundesweit 42 Prozent aller Ausbildungsverträge im dualen System mit jungen Frauen abgeschlossen.

Frauen in der dualen Ausbildung unterrepräsentiert
Insgesamt hat sich der Frauenanteil seit dem Jahr 1992 kaum verändert. Junge Frauen sind somit in der dualen Berufsausbildung im Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung (49 Prozent) deutlich unterrepräsentiert. Dies sind Ergebnisse von Langzeitbeobachtungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
Die Unterschiede in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sind groß. So liegt der Frauenanteil im Bereich der Hauswirtschaft und der freien Berufe bei über 90 Prozent. Im Handwerk sind Frauen in der Ausbildung weiterhin deutlich unterdurchschnittlich vertreten. 2009 lag ihr Anteil bei nur 24 Prozent.
Auch zwischen den Ausbildungsberufen der einzelnen Wirtschaftsbereiche zeigen sich deutliche Unterschiede. Beispielsweise ist der Frauenanteil - trotz vieler Bemühungen und Kampagnen - in den technischen Ausbildungsberufen immer noch sehr gering.
Andersherum befanden sich auch 2009 immer noch weniger als 20 Prozent aller weiblichen Auszubildenden in einem männlich dominierten beziehungsweise überwiegend männlich besetzten Ausbildungsberuf.
Das zeigen auch die Statistiken des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Auch 2010 waren von insgesamt knapp 70.000 Lehrlingen im Bau- und Ausbaugewerbe nur 4.500 weibliche Auszubildende. Und auch im Elektro- und Metallgewerbe fanden sich unter 193.631 Auszubildenden lediglich 4.133 junge Frauen.
Um den Frauenanteil im Handwerk weiter zu steigern, werben laut dem ZDH viele Handwerksorganisationen gezielt in Schulen und bieten auf junge Frauen zugeschnittene Aktionen und Informationsveranstaltungen an. Mit dem Projekt "Hands Up" betreibt der Baden-Württembergische Handwerkstag etwa gezielt weibliche Nachwuchsförderung. Neben dem Ferienangebot für Mädchen am Bau gibt es Berufsberatungsseminare in der 8. und 9. Klasse.
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