Geldanlage Sicherheit geht vor

Die Mehrheit setzt bei der Geldanlage derzeit auf risikoarme Varianten.

Sicherheit geht vor

Wo kann ich mein Geld anlegen, ohne ständig Angst darum haben zu müssen? Das fragen sich viele Verbraucher, zumal die Banken schon wieder satte Gewinne mit komplizierten und undurchsichtigen Investmentprodukten einfahren. Die Krise wirkt sich direkt auf das Anlageverhalten aus, stellt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in seinem Vermögensbarometer 2009 fest: Demnach legen drei Viertel der Befragten in erster Linie Wert auf Sicherheit, die Rendite landet mit 17 Prozent nur auf dem letzten Platz. Entsprechend wollen 62 Prozent vor allem mit dem Sparbuch und verwandten Formen Vermögen ansparen und vorsorgen. Sogar die klassische Kapital-Lebensversicherung musste sich mit Platz 2 zufriedengeben. Daneben stehen selbstgenutzte Immobilien, Bausparvertrag sowie Riester-Verträge ganz oben in der Sparergunst.

Diese Erfahrung machen auch die Verbraucherzentralen. Annabel Oelmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, weiß aus ihrer Praxis, dass die Leute vorwiegend auf Tagesgeld setzen. "Angesichts niedriger Zinsen wollen sie vor allem flexibel sein, um bei Zinssteigerungen sofort reagieren zu können“, erklärt sie. So sei vielfach sogar Festgeld tabu, bei dem man sich für bestimmte Zeit bindet und eventuelle Zinssteigerungen nicht sofort mitnehmen kann. Diese Strategie sei kurzfristig zwar verständlich und richtig. Zumal Liquidität in ausreichendem Umfang – mindestens zwei bis drei Monatseinkommen – für Notfälle stets angeraten ist. Dennoch: "Im Hinblick auf die Altersvorsorge, die 20, 30 oder mehr Jahre in die Zukunft reicht, ist nach wie vor auf eine gute Streuung der Anlageformen zu achten."

Denn allein mit ganz sicheren Geldanlagen sei kaum der Inflationsverlust auszugleichen, Rendite fast unmöglich. Gut beraten sind alle, die nicht hektisch geworden sind und etwa ihre Investmentfonds überstürzt gekündigt haben. Da bei dieser Anlageform Höhen und Tiefen normal sind, müsse man in schlechten Zeiten Ruhe bewahren. Wichtig sei, die eigene Risikobereitschaft zu analysieren und vor allem zu versteht, worauf man sich einlässt. Hände weg, von Produkten, die man nicht versteht oder befriedigend erklärt bekommen hat.

Tipp: Im Zweifel vor Vertragsabschluss unabhängigen Rat etwa von Experten der Verbraucherzentralen einholen.

ep