Wen packt bei Dauerregen, Dunkelheit und Kälte nicht die Sehnsucht nach Sonne, Sand und Meer? In knappen fünf Stunden Flugzeit wird dieser Traum wahr: Teneriffa, die Vulkaninsel im Atlantik, verblüfft durch Vielseitigkeit. Von Gesine Unverzagt
Teneriffa im Winter
Schon bei der Ankunft schlägt das Herz höher, denn der Himmel ist tatsächlich knallblau, der laue Wind wirkt wie Streicheleinheiten. In rasanter Fahrt geht es in Serpentinen in den Norden durch eine gigantische Berglandschaft, geprägt von schwarzem Lavagestein. Immer wieder stoppt Fahrer Julian, um voller Stolz die herrlichen Ausblicke seiner geliebten Insel zu zeigen.
Ziel ist der kleine Ort Buenavista del Norte im Nordwesten, wo hoch über dem Meer sich das Vincci Selección Buenavista Golf &Spa befindet. Nicht nur Golfer kommen hierher, auch Gäste, die sich im Spa verwöhnen lassen oder einfach nur die Ruhe genießen wollen. Das Resort liegt abseits von Trubel und Lärm, erhöht am Wasser mit einem traumhaften Blick über die Weite des Meeres. Das stilvolle Hotel in edel reduziertem Design bestätigt so gar nicht die Vorurteile über Teneriffa, die so mancher hat. Hier im Norden ist die Insel eher beschaulich mit hübschen kleinen Dörfern und Städtchen.
Ebenfalls in Buenavista del Norte befindet sich die berühmteste Konditorei der Insel. Die Pastelería El Aderno, stellt nicht nur typische Inselspezialitäten her, sondern ist auch bekannt für fantasievolle Torten und selbst gemachte Pralinen. Jedes gute Hotel und gehobene Restaurant bezieht die süße Köstlichkeiten von der kleinen Dorfkonditorei.
Teide, der höchste Berg Spaniens
Teneriffa, mit 2.034 km2 die größte Insel der Kanaren, ist eine Reise wert. Hier findet jeder etwas nach seinem Gusto. Der Norden ist fruchtbar grün, der Süden trocken wüstenhaft. In der Mitte ragt hoch empor der höchste Berg Spaniens, der 3.718m hohe Teide, umgeben von einer beeindruckenden, schwarzen Lava-Landschaft.
Nur einige Kilometer nördlich von Buenavista del Norte entfernt befindet sich Garachico, ein Ort wie eine Filmkulisse. Pastellfarbene, aneinander gereihte Häuser prägen das Stadtbild. Villen mit Holzbalkonen erinnern an die Kolonialzeit. Enge Gassen schlängeln sich durch den Ort, um sich an einem Platz zu öffnen, wo alte Männer auf Bänken plaudern und Kinder spielen. Hohe Platanen dienen als Schattenspender. Als Latinomusik über den Platz durch ein offenes Fenster strömt, wähnt man sich in Lateinamerika, genauso, wie es Marquez in seinen Büchern beschreibt. Das ist kein Zufall, denn es gab eine Zeit, da verließen die Bewohner die Kanaren, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie wanderten aus nach Südamerika wie auch die Familie des großen Freiheitshelden Südamerikas, Simon Bolivar, die aus Teneriffa stammte. Einige Auswanderer kehrten zurück als reiche Plantagenbesitzer, deren Häuser noch heute manchen Ort verschönern. Neben der kolonialen, beschaulichen Altstadt ist Garachico berühmt für sein Naturschwimmbecken mit gemauerten Pfaden, wo dazwischen das Wasser des Atlantiks schäumt und sprudelt.
Die Fahrt geht weiter auf der Panoramastraße am Meer entlang bis La Orotava. Auch dieses Städtchen beeindruckt durch koloniales Erbe und ist geprägt von Herrenhäusern der Adelsfamilien. Etwas größer ist La Laguna, wo so viele Adelshäuser und Paläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten sind, wie in keinem anderen Ort der Insel, so dass die Altstadt zum UNESCO-Kulturerbe erklärt wurde.
Fruchtbare Insel
Teneriffa ist eine fruchtbare Insel. Neben Kakteen mit ihren roten Früchten gedeihen Bananen, Apfelsinen, Papaya und Dattelpalmen durch die feuchten Passatwinde. Auch Weinplantagen klettern die Hänge empor. Der köstliche Wein, der größtenteils auf den Kanaren bleibt, kann in der "Casa del Vino la Baranda" in einem traditionellen Gutshaus bei einer Weinprobe gekostet werden.
Auf dem Weg in den Süden, sollten die Besucher nicht einen Abstecher zum Teide- Nationalpark verpassen, um bei einer gemäßigten Wanderung durch die "Höllenschlucht" die Vulkanlandschaft zu erleben, die gespickt ist mit außergewöhnlicher Flora und Fauna.
Wieder geht es in Serpentinen hinab, diesmal in den Süden der Insel, wo es wärmer und bewohnter wird. Hier ist Schluss mit Beschaulichkeit und Seelenfrieden. Ganze Häuserkomplexe klettern die Berge empor, Billigläden reihen sich aneinander, mit lauter Musik wird versucht, Käufer herbei zu locken, Schnellimbisse haben Priorität.
Aber nicht nur, denn im Süden befindet sich das Abama Golf & Spa Resort, eine edle Hotelanlage mit dem einzigen Sternerestaurant der Insel. Die Michelinsterne des M.B. werden den Feinschmecker begeistern, die Speisen sind köstlich. Wer einen besonderen Abend mit vorzüglicher Küche verbringen möchte, wird im M.B. ganz sicher nicht enttäuscht. Nach dem Mahl ist ein Spaziergang durch die üppig bepflanzte, riesige Hotelanlage bis hinunter zum Meer empfehlenswert, um beim Rauschen der Wellen den Abend romantisch ausklingen zu lassen.
- Reisezeit: Im Küstenbereich, vor allem im Süden, herrschen angenehme Temperaturen mit Bademöglichkeiten über das ganze Jahr. Im Norden und in höher gelegenen Gebieten ist es etwas kühler. Im Winter ist die Durchschnittstemperatur 20 Grad, im Sommer 30 Grad.
- Anreise: Es gibt zwei Flughäfen auf Teneriffa, im Norden und im Süden, eineinhalb Stunden Autobahnfahrt voneinander entfernt. Air Berlin, Condor und Tui Fly fliegen regelmäßig von deutschen Flughäfen.
- Pauschalreise: Die meisten Reiseveranstalter haben Teneriffa in ihrem Programm. Günstiges Preisbeispiel: 7 Tage ab 561 Euro inkl. Flug zu buchen bei Dertour.
- Golf-Hotels: Vincci Selección Buenavista Golf &Spa|www.vinccihoteles.com), geschmackvolles 5-Sterne Hotel im Norden bei Buenavista gelegen.
- Berühmtes Resort im Süden: Abama Golf &Spa Resort|www.abamahotelresort.com gehört zur Luxushotelerie der Ritz Carlton Gruppe.