Initiative VerA Senioren helfen Azubis

Stress in der Schule, Ärger im Job: Rund 50.000 Ausbildungsverträge wurden nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks im vergangenen Jahr vorzeitig aufgelöst. Doch das muss nicht sein. Initiativen wie VerA sollen helfen, Schwierigkeiten in der Berufsausbildung zu überwinden.

Senioren helfen Azubis

Dazu erhält der Auszubildende Unterstützung von einem Ausbildungsbegleiter. "Wir stellen fest, dass es viele junge Menschen gibt, die fachliche oder soziale Probleme haben, Probleme mit Migrationshintergrund, also sprachliche Probleme, bei denen die Familie oder das Umfeld nicht stimmt. Alles mögliche Gründe, dass sie das Handtuch schmeißen würden“, sagt Rudolf Herwig, Regionalkoordinator der Initiative VerA.

Hinter VerA steht der Senior Experten Service (SES), eine Stiftung der deutschen Wirtschaft. Die vier Stifter, der Zentralverband des Deutschen Handwerks, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Bundesverband der Deutschen Industrie, gründeten die Stifung vor einigen Jahren, um Unternehmen und Organisationen im Ausland – vor allem in Entwicklungsländern – zu unterstützen. Gelistet bei SES sind Ruheständler, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.

Vor anderthalb Jahren rief die Stiftung VerA ins Leben, eine Maßnahme im Rahmen der Jobstarter-Initiative der Bundesregierung. Senioren, die sich für die Initiative VerA interessieren, werden geschult, um sie für die Probleme junger Menschen zu sensibilisieren. "Wir wollen nicht in Konkurrenz zu anderen Institutionen und Organisationen kommen, die dafür berufsmäßig tätig sind. Wir arbeiten in dieser Initiative sehr eng mit den Ausbildungsberatern der Handwerkskammern zusammen“, sagt Herwig.

Langfristige Unterstützung

Ein Auszubildender, der die kostenlose Hilfe von VerA in Anspruch nehmen möchte, füllt ein Antragsformular aus, das beispielsweise über das Internet bezogen werden kann. Der Antrag wird an die zuständige Handwerkskammer weitergeleitet. Erst wenn sie einer Ausbildungsbegleitung zustimmt, wird SES tätig. "Insbesondere bei Streitigkeiten sind zunächst die Ausbildungsberater der Handwerkskammern zuständig, das Problem zu lösen. Aber die Ausbildungsberater haben gar nicht die Zeit, junge Menschen längerfristig an die Hand zu nehmen und ihnen bei der Lösung von Problemen zu helfen.“

SES sucht aus den geschulten Senioren einen Partner für den Auszubildenden aus und arrangiert ein erstes Treffen. "Sie müssen sich ein-, zweimal treffen und schauen, ob sie zusammenpassen und Vertrauen zueinander haben. Stimmt die Chemie nicht, suchen wir jemand anderen“, sagt Herwig, "natürlich entstehen immer wieder Situationen, in denen diese Ausbildungsbegleitung keinen Erfolg hat, aber in ungefähr 80 Prozent der Fälle funktioniert die Zusammenarbeit.“ Die Nachfrage ist in den letzten Monaten stark gestiegen.

Mehr Informationen zu VerA unter vera.ses-bonn.de. Wer sich für SES engagieren möchte, findet Kontakt unter ses-bonn.de .

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