Hohe Zufriedenheit mit der Lehre

70 Prozent würden ihren Ausbildungsberuf wieder wählen

Rudolf Baier

Hohe Zufriedenheit mit der Lehre

Die berufliche Ausbildung in Deutschland mit ihrem dualen System ist aus der Perspektive junger Auszubildenden überaus erfolgreich und qualitativ hochwertig. 80 Prozent aller jungen Menschen in der betrieblichen Ausbildung sind ausgesprochen zufrieden mit den Bedingungen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Langzeituntersuchung, bei der zwischen 150 und 200 Auszubildende über die gesamte Dauer ihrer Ausbildung hinweg befragt wurden. Initiator und Verfasser der Studie ist der Jugendbuchautor Uwe Britten.

Die höchsten Zufriedenheitswerte über alle Befragungen hinweg erreichen die Punkte Freude an der beruflichen Tätigkeit sowie die Kooperation mit dem Ausbilder. „Sieben von zehn Auszubildenden würden sowohl den Beruf als auch den Betrieb wieder wählen und wünschen sich nichts mehr als eine Übernahme nach der Ausbildung“, so der Autor.

Nach der Prüfung Betrieb wechseln

Zehn Prozent halten die Berufswahl für richtig, bewerten auch ihre Ausbildung als gut, wollen aber dennoch nach dem Bestehen der Prüfungen den Betrieb wechseln. Dafür werden vorrangig eine negative Arbeitsatmosphäre unter den Kolleginnen und Kollegen oder Spannungen mit Vorgesetzten angeführt. Als konstantes Problem über den gesamten Ausbildungsprozess hinweg geben die Azubis Zeitmangel fürs Lernen an. Sowohl in den Betrieben als auch in der Berufsschule fehlt oft die Zeit zum Üben, in Betrieben wird zuweilen auch zu wenig Wert darauf gelegt, den jungen Menschen Tätigkeiten vorzumachen. Unpünktlicher Feierabend, regelmäßige Überstunden und Samstagarbeit verringern darüber hinaus die Lernzeiten. Ferner wurde kritisiert, dass die einzelnen Lernphasen zu wenig synchronisiert seien zwischen Betrieben und Berufsschulen.

Die Studie ist erschienen unter dem Titel „Ein erfolgreicher Ausbildungsabschluss ist kein Zufall. Etappen, Spannungsfelder und betriebliche Herausforderungen bei der Berufsausbildung“.