Banken Geldabheben bei fremden Instituten wird transparenter

Kunden wissen künftig direkt, was es kostet, wenn sie am Automaten eines fremden Kreditinstituts Geld abheben. Die Banken konnten sich jedoch auf keinen einheitlichen Festbetrag einigen.

Geldabheben bei fremden Instituten wird transparenter

Vertreter von Banken und Sparkassen einigten sich darauf, dass ab Mitte Januar am Geldautomaten ein Hinweis erscheinen soll, wie viel das Gelbabheben kostet. Das teilte der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) als Dachverband der Finanzinstitute mit. Allerdings konnten sich die Bankenvertreter nicht auf eine Höchstgebühr einigen.

Jede Bank kann nach wie vor selbst bestimmen, was sie den Kunden anderer Institute berechnet. Das soll laut ZKA den Wettbewerb zwischen den Banken fördern, weil der Kunde den "für ihn günstigsten Geldautomaten" benutze. So werde es schnell zu sinkenden Preisen kommen. Die Einigung über die Entgeltregeln werde nun so schnell wie möglich dem Bundeskartellamt angezeigt.

Sparkassen verhindern Obergrenze

Die Sparkassen, die das jetztige Modell der offenen Preise bevorzugten, konnten sich durchsetzen. Nach Angaben eines Sprechers hatten die Privatbanken eine Obergrenze für die Gebühren festlegen wollen. Sie seien aber an den Mehrheitsverhältnissen im ZKA gescheitert.

Entsprechend preschten die Privatbanken vor und kündigten an, ab Mitte Januar von Fremdkunden nur noch 1,95 Euro pro Abbuchung zu verlangen. Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Andreas Schmitz, sagte der "Bild-Zeitung", Sparkassen und Volksbanken sollten sich "unserer Gebühr anschließen". Derzeit liegen die Preise für Fremdabbuchungen den Angaben zufolge bei durchschnittlich sechs Euro.

Bundeskartellamt lehnt Höchstgebühr von fünf Euro ab

Das Bundeskartellamt hatte die stark ansteigenden Gebühren vor einigen Monaten auf den Plan gerufen. Das Amt hatte gedroht, die Existenzberechtigung der Automatenverbünde zu prüfen, sollten die Banken kein Mittel gegen Gebührenexzesse finden. Im April hatte das Kartellamt einen ersten Vorschlag des ZKA verworfen. Damals war von einer Höchstgebühr von fünf Euro die Rede.

Ein Sprecher des Kartellamtes zeigte sich erneut skeptisch, ob die teilweise "exorbitanten Gebühren" durch einen lediglichen Verweis auf den Wettbewerb der Banken untereinander gesenkt werden könnten. Das Mehr an Transparenz für den Kunden sei allerdings zu begrüßen, ebenso der Vorstoß der Privatbanken. Dennoch würde die Preispolitik der Automatenverbünde möglicherweise weiter überprüft.

Aigner: "Schritt in die richtige Richtung"

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), die unlängst mit gesetzlichen Regelungen zum Thema gedroht hatte, sprach von einem "Schritt in die richtige Richtung". Aigner hatte sich im Vorfeld für eine deutliche Kennzeichnung der Gebühren für die Kunden ausgesprochen. Dem kamen die Banken nun nach.

Leider sei das Problem der "zum Teil völlig überzogenen Gebühren beim Fremdabheben nach wie vor ungelöst", teilte ihr Ministerium mit. Gebühren von zum Teil 20 Euro seien nicht akzeptabel. Der Koalitionspartner FDP bemängelte, dass Kunden in ländlichen Regionen wegen fehlender Alternativen beim Geldabheben einen Nachteil haben könnten.

Wie das ZKA erklärte, sollen die Interbankentgelte künftig entfallen. Damit hatten sich die Banken die Kosten für Fremdabbuchungen gegenseitig berechnet und teilweise auch an die Kunden weitergegeben.

ddp