Die Sonnenenergie boomt in Deutschland: Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2010 bereits fünf Millarden Euro Kredite für Solaranlagen zugesagt, trotzdem kürzt die Bundesregierung die Vergütung.
KfW: Günstige Milliarden-Kredite für Solaranlagen
Die KfW hat allein im ersten Halbjahr 2010 für den Neubau von Photovoltaikanlagen Kredite in Höhe von fünf Milliarden Euro zugesagt. Das berichtet "Spiegel Online" im Bezug auf ein Schreiben der staatlichen Förderbank an die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW).
Diese Summe übersteigt nicht nur die Solar-Kreditzusagen des gesamten Jahres 2009, sondern auch alle weiteren Förderungen für alternative Energien, wie etwa Biogasanlagen, Geothermie oder Windenergie. Für solche Anlagen sagte die KfW Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro zu.
Chancen für das Handwerk
Holger Schwannecke, Generalsekretär vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), hält es für angebracht, den Ausbau von erneuerbaren Energien "im Interesse von Umwelt und Wachstum" zu beschleunigen. Viele Handwerker können von diesem neuen Geschäftsfeld profitieren.
Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass im ersten Halbjahr 2010 Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt gebaut wurden. Der Zuwachs allein im Juni sei etwa so hoch gewesen, wie in den gesamten fünf vorhergehenden Monaten, sagt Matthias Kurth von der Bundesnetzagentur. "Viele Anlagenbetreiber wollten sich noch die höheren Vergütungssätze sichern."
Die Vergütungssätze, die Betreiber von Photovoltaikanlagen erhalten, wenn sie den Solarstrom in die Netzte einspeisen, wurden seit Juli erheblich gesenkt.
Heftige Debatten um Überförderung
In den vergangenen Monaten gab es heftige Diskussionen darüber, in welcher Höhe die Photovoltaik gefördert werden solle. Während die einen in der Photovoltaik einen wichtigen Bestandteil im Energien-Mix sehen, finden die anderen, dass beim Sonnenstrom das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht stimme.
Die Debatte führte zu einer Kürzung der Vergütung. Diese wurde im Juli gekappt und soll im Oktober ein weiteres Mal gekürzt werden. Die Bundesnetzagentur wird bis Ende Oktober die Degressions- und Vergütungssätze für das Jahr 2011 veröffentlichen. "Wir rechnen mit einer höheren Degression, was zu einer weiteren Absenkung der Vergütungssätze im Jahr 2011 führen wird", betonte Kurth. ZDH-Generalsekretär Schwanneck betrachtet die Kürzungen mit einiger Kritik: "Der Anreiz für Hausbesitzer, in Anlagen für erneuerbare Energien zu investieren, sinkt deutlich."
Neue Rekordwerte
Trotz der Kürzungen wird die Photovoltaik-Förderung in diesem Jahr neue Rekordwerte erreichen. Die Solarförderung in Deutschland benötige dringend eine nüchterne Bilanzierung der Kosten, sagte Wolfgang Hummel zu "Spiegel Online". Er kritisierte, dass die Solarbranche durch die zinsgünstigen KfW-Darlehen zusätzlich überfördert werde.
kin