Jetzt hat auch die Lufthansa einen "Supervogel". Das neue Flaggschiff, der Airbus A 380, ist nun offiziell im Eigentum der Kranichlinie und wird die deutsche Nationalmannschaft nach Südafrika zur Fußballweltmeisterschaft bringen.
Airbus A 380 ist neues Flaggschiff der Lufthansa-Flotte
Das rhythmische Fiepen eines Alarmtons ertönt, als die Wände des riesigen Hangars auffahren. Hinter den durchsichtigen Toren der Wartungshalle rollt ein 570 Tonnen schwerer Großraumjet auf ein Spalier von mehreren Menschenreihen zu, die am Eingang der Halle auf den Flieger warten. Am Mittwoch landete mit dem Passagierflugzeug des Typs Airbus A 380 das neue Flaggschiff und das größte Passagierflugzeug der Deutschen Lufthansa auf seinem Heimatflughafen in Frankfurt am Main.
Bevor das rund 24 Meter hohe Flugzeug den Hangar erreicht, erfolgt eine traditionelle Taufe des Flugzeugs auf dem Rollfeld. Durch die Wasserfontänen zweier Löschfahrzeuge – links und rechts des Flugzeugbugs – durchquert die Maschine, die den Namen «Frankfurt am Main» trägt, die Wasserstrahlen. Dass auf einer benachbarten Rollbahn ein Flugzeug des Typs JU-52 aus den 1930er Jahren steht, wertet der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber als gutes Omen bei der offiziellen Namensgebung. Schließlich ständen beide Maschinen symbolisch für die mehr als 50-jährige Geschichte der Lufthansa, die mit dem A 380 eine neue Dimension erhalte.
"Der A 380 ermöglicht es, Europa an die Welt anzubinden und nicht darauf angewiesen zu sein, von außen an die Welt angebunden zu werden", betonte der Lufthansa-Chef. Er verwies in diesem Zusammenhang besonders auf die Verbindung von moderner Technik und Design mit besonderer Umweltfreundlichkeit. So sei die Lärmemission vom Triebwerkhersteller Rolls-Royce gegenüber Antrieben von vor 20 Jahren halbiert worden. Der Kerosinverbrauch liege mit knapp drei Litern pro Passagier niedriger als bei einem Auto.
Kranich hat in Frankfurt sein Nest
Mayrhuber fügte nach der Landung in Frankfurt hinzu, er sei froh, "dass wir Ihnen diesen Vogel nach Frankfurt bringen konnten, wo der Kranich sein Nest hat". Der Flug von Hamburg zur künftigen Heimatbasis des Großraumjets sei deshalb "ein besonderer Flug gewesen".
Ministerpräsident Roland Koch (CDU) betonte, er sei dankbar, dass Lufthansa die Basis des A 380 in Frankfurt gebaut habe. Dies sei ein "Zeichen von Loyalität der Lufthansa» und «ein Beweis für die Qualität der Arbeit" der Menschen in Hessen.
Airbus-Chef Thomas Enders wünschte dem neuen Eigner bereits bei der Übergabe in Hamburg "Many and always happy landings". Mit dem A 380 setze die Lufthansa ihren erklärten Trend fort, nur die modernsten und effizientesten Maschinen zu betreiben. Enders erinnerte an den schwierigen Anfang des A-380-Programms während der vergangenen vier Jahre, der von zahlreichen Rückschlägen und Verzögerungen begleitet war. Den Tag der Erstauslieferung an die Lufthansa "können wir nun mit Stolz begehen".
Der Beauftragte der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze (CDU), bezeichnete die Auslieferung an Lufthansa in Hamburg als Meilenstein der deutschen und europäischen Luftfahrtgeschichte. Die national übergreifende Zusammenarbeit bei Airbus eröffne ein neues Kapitel der Luftfahrttechnik und für Lufthansa eine neue Dimension des Fliegens.
Mit A 380 zur WM nach Südafrika
Der zweistöckige A 380, der 526 Passagieren Platz bietet, löst die Boeing 747-400 als bisheriges Flaggschiff der Lufthansa ab. Ab dem 11. Juni bietet Lufthansa mit ihrem A 380 regelmäßig Verbindungen nach Japan an, später auch nach Johannesburg und Peking. Zuvor aber bringt am 6. Juni ein Sonderflug mit dem A 380 die deutsche Fußballnationalmannschaft nach Südafrika zur Weltmeisterschaft.
Für die deutsche Elf ist der Flieger nach Ansicht von Mayrhuber ohnehin perfekt. "Wenn das Team von Joachim Löw noch etwas Training braucht: Es gibt an Bord genug Platz für Kurzpassspiel." Der Raum reiche natürlich auch, um mit dem Weltpokal aus Südafrika zurückzukehren. Airbus hat nach eigenen Angaben für den A 380 bislang 202 Festbestellungen von 17 Kunden in den Büchern stehen.
Florian Bittler/ddp