Buch-Vorstellung von Friedrich Merz und Wolfgang Clement Zur Lage der Nation

In Deutschland muss sich einiges ändern, finden Wolfgang Clement und Friedrich Merz. Gemeinsam haben die beiden ehemaligen Spitzenpolitiker von SPD und CDU ein Buch geschrieben, in dem sie sagen, "was jetzt zu tun ist".

"Was jetzt zu tun ist - Deutschland 2.0", heißt das neue Buch von Wolfgang Clement und Friedrich Merz. Foto: ddp

Zur Lage der Nation

200 Seiten Seiten dick ist das gemeinsame Werk von Clement und Merz, das den Titel trägt: "Was jetzt zu tun ist – Deutschland 2.0" und im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann vorgestellt wurde. "Große Sorgen" machen sich Merz und Clement nach eigenen Angaben um Deutschland und die Europäische Währungsunion. Überall fehle es an "politischer Führung".

Parteien sprechen keinen Klartext

Während Merz die von ihm ausgemachte Führungskrise in der Europäischen Währungsunion erläutert, fordert Clement von deutschen Politikern mehr Klarheit und mehr Mut zu ungeliebten Wahrheiten. Dass Regierende damit Gefahr liefen, abgewählt zu werden, sei "nicht neu" und damit "doch kein Problem", sagte er unter erheitertem Gelächter der Zuhörer. Mehr Wahrheiten wünsche er sich daher auch im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf: "Ich warte darauf, dass dort jemand mal sagt: Leute, was ihr hier versprecht, ist schlicht nicht mehr machbar". Bisher habe das keine der Parteien getan.

Bereits am Wochenende hatten Merz und Clement medienwirksam die Werbetrommel für ihr Buch gerührt: Mit einem "Spiegel"-Interview, in dem sie zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen den Führungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierten und die FDP lobten.

Dementsprechend optimistisch legten die Veranstalter bei der Vorstellung nach eigenen Angaben rund 300 Kaufexemplare ihres Buchs für Besucher aus. Rund 100 fanden schließlich den Weg zur Buchpräsentation, darunter viele Journalisten, einige "Fans" und zufällig Vorbeigekommene.

Merz: "Ich leide mit der CDU"

Eine Rückkehr in die Politik können sich die Buchautoren nach eigenen Angaben derzeit nicht vorstellen. Auch eine neue Partei wollen sie nicht gründen. "Ich interessiere mich nach wie vor für die CDU, ich leide mit der Partei", sagte Merz. Dennoch laufe dort vieles nicht so, wie er es sich wünsche. "Man kann auch politisch tätig sein, ohne in einer Partei aktiv zu sein", sagte Clement, der 2008 im Streit aus der SPD ausgetreten war.

Die Mehrheit der Bevölkerung habe ein großes Interesse an politischen Fragen, sei aber oftmals von den Politikern enttäuscht, fanden beide und sehen ihr Buch als einen Beitrag zur Debatte über die allgemeine politische Lage an: "Wenn man so will, sind wir wieder aufgetaucht." Laut Clement verzeichnet sein Büro bereits jede Menge Anfragen mit "Kritik und Würdigungen" zu seinem Buch. Auch dies zeige, dass es "hohen Gesprächbedarf" gebe.

Nach gut einer Stunde Diskussion ist Zeit fürs Signieren. Auf dem Büchertisch sind allerdings noch viele der vormals 300 Exemplare für knapp 19 Euro das Stück liegengeblieben.

Lisa Caspari/ddp