EU-Finanzen Griechenland vor weiteren Sparmaßnahmen

Die griechische Regierung dürfte bei einer Kabinettssitzung ein weiteres Sparpaket beschließen, um den für 2010 zugesagten Defizitabbau zu erreichen.

Foto: Bundesbank

Griechenland vor weiteren Sparmaßnahmen

"Wahrscheinlich wird das neue Paket am Mittwoch verkündet", sagte ein Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Am Montag hatte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn weitere Sparmaßnahmen von dem Mittelmeerland gefordert.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, bevor man über Hilfen spreche, müsse Griechenland seine "Hausaufgaben für Konsolidierungspolitik" machen. Er halte "alle anderen Diskussionen derzeit für unangebracht, weil damit lediglich Nervosität in die Märkte gebracht wird anstatt Vertrauen".

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, sieht den Euro durch den drohenden Staatsbankrott Griechenlands nicht gefährdet. "Griechenland hat ein kleines Gewicht, und alleine kann es den Euro nicht gefährden", sagte er dem Sender Phönix. Zimmermann sprach sich gegen einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone aus und sieht den Internationale Währungsfonds (IWF) am Zuge. "Ich denke, dass der IWF, wenn es um Sanierung und um Kredite geht, die Institution sein muss, die eingreifen muss", sagte er. Die Installation eines europäischen Währungsfonds halte er kurzfristig für nicht realisierbar.

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, warnte indes vor den Auswirkungen der Krise Griechenlands auf Deutschland. Die Haushalts- und Finanzsituation einzelner Länder – und dabei besonders die Griechenlands – gefährde die Fortsetzung des derzeitigen leichten wirtschaftlichen Aufschwungs, sagte er der "Nordwest Zeitung". Es müsse sichergestellt werden, "dass nicht ein neuer Hagelschlag die deutsche Wirtschaft trifft". Dieser wäre nur noch mit größten Schwierigkeiten zu verkraften, sagte Hundt weiter.

ddp