Datenmissbrauch bei spanischer Firma Kreditkartenmissbrauch: Verbraucherschützer geben Tipps

Rund 100.000 Kreditkarten werden von den Banken wegen einem möglichen Datenmissbrauch eingezogen. Der Bundesverband Verbraucherzentrale gibt Ratschläge wie Kreditkarteninhaber damit umgehen sollen.

Kreditkartenmissbrauch: Verbraucherschützer geben Tipps

Der Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv) rät zu einer genauen Kontrolle der Abrechnungen. Kunden seien angewiesen, alle fehlerhaften Buchungen zu melden, damit Banken regieren können, sagte Frank-Christian Pauli vom vzbv im ZDF-"Morgenmagazin". Derzeit könne der genaue Schaden noch nicht beziffert werden. Allerdings scheine ein "größeres Datenleck" entstanden zu sein, da eine derartige Austauschaktion, wie sie nun angelaufen ist, teurer ist. Zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht davon auszugehen, dass alle Banken ihre Kunden ausreichend informieren, heißt beim vzbv. "Verbraucher sollten deshalb bei den Banken nachfragen, ob ihre Kreditkarte betroffen ist. Darüber hinaus ist es ganz wichtig, seine Abrechnungen genau zu kontrollieren. Wenn sich auf den Auszügen nicht genehmigte Abbuchungen finden, sollten die Betroffenen von ihrer Bank umgehend fordern, die Beträge zu erstatten", rät Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen im vzbv.

Verbraucher sind vor Missbrauch geschützt

Zugleich weist die Verbraucherzentrale daraufhin, dass Verbraucher vor dem missbräuchlichen Einsatz ihrer Kreditkarten wegen des möglichen Datenlecks geschützt seien. In derartigen Fällen müsse die Bank das Geld zurücküberweisen. Auch Verzugs- und Überziehungszinsen fielen weg, wenn die Karten gesperrt oder ausgetauscht worden seien. Einen Diebstahl oder den Verlust der Karten müssten die Kunden aber melden.

Die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass aus Sorge vor Datenmissbrauch Banken eine gewaltige Umtauschaktion von Kreditkarten in Deutschland begonnen hätten. Dabei zögen allein die Volks- und Raiffeisenbanken rund 60.000 der von ihnen ausgegebenen Kreditkarten aus dem Verkehr. Damit steige die Zahl der vorsorglich eingezogenen Karten auf mehr als 100.000.

"Alle Banken sind betroffen", sagte ein Sprecher des Zentralen Kreditkartenausschusses (ZKA) dem Nachrichtenportal "Welt Online". Deswegen gebe es ein einheitliches Vorgehen, alle möglichen betroffenen Kunden würden angeschrieben. Dem Medienbericht zufolge stehen die deutschen Banken und Sparkassen damit vor der bisher größten Tauschaktion von Kreditkarten und der Marken Visa und Mastercard. Neben Kunden der Sparkassen würden Karteninhaber bei der Deutschen Bank, Postbank und weiteren privaten Banken sowie den Volks- und Raiffeisenbanken angeschrieben. Zahlen für die Banken wollte der ZKA-Sprecher laut "Welt Online" nicht nennen. Ein Sparkassen-Sprecher habe gesagt, es gebe noch keinen Überblick.

Visa- und Masterkarten betroffen

Betroffen sind dem Blatt zufolge zunächst Karten von Visa und Mastercard, die in den vergangenen Monaten in Spanien genutzt wurden. Die Zeitung schrieb, betroffen sein könnten auch Kreditkarten, die beim Einkauf in Deutschland eingesetzt wurden, wenn der Handelspartner seinen Zahlungsverkehr über den Dienstleister in Spanien abgewickelt hat.

pc/ddp