Kreditvergabe der KfW Größere Unternehmen kommen leichter an Kredite

Die Finanzierungsbedingungen für kleine und größere Unternehmen liegen immer noch weit auseinander. Während die Gesamtheit der Unternehmen wieder leichter an Kredite kommt, klagen kleine Unternehmen weiterhin oft über schlechte Finanzierungsbedingungen.

"Kleine Betriebe klagen über schlechte Finanzierungsbedingungen", sagt KfW-Vorstand Matthäus-Meier. Foto: ddp

Größere Unternehmen kommen leichter an Kredite

"Anders als die größeren Mittelständler und Großunternehmen können kleinere Betriebe nur wenig von den wieder besseren Finanzierungsbedingungen profitieren", sagte Ingrid Matthäus-Maier, Mitglied des Vorstandes der KfW-Bankengruppe zu den Ergebnissen einer mit Wirtschaftsverbänden durchgeführten Untersuchung bei 6000 Unternehmen verschiedener Branchen und Größenklassen. Deutlich verschlechtern könnte sich diese Entwicklung noch durch die derzeit diskutierte Unternehmensteuerreform, warnten einige Vertreter von Wirtschaftsverbänden.


Kredite kleinerer Unternehmen vermehrt abgelehnt

Wie Matthäus-Maier weiter sagte, klagten mit 46 Prozent knapp die Hälfte der kleineren Unternehmen (Umsatz unter 1 Million Euro) über Verschlechterungen in der Kreditfinanzierung. Bei allen befragten Unternehmen seien es nur 33 Prozent und damit knapp zehn Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. So würden gerade kleine Unternehmen mit 35 Prozent deutlich häufiger mit einer Kreditablehnung konfrontiert. Im Durchschnitt aller befragten Unternehmen würden dagegen nur 18,5 Prozent der Kredite abgelehnt.


Als Grund für das schlechtere Abschneiden kleinerer Unternehmen nannte Matthäus-Maier vor allem deren stärkere Abhängigkeit von der Binnenkonjunktur, die erst im laufenden Jahr wieder angezogen habe. Größere Unternehmen hätten dagegen schon früher von der allgemeinen konjunkturellen Erholung profitieren und ihre Ertragslage verbessern können.


Verstärkt Gespräch mit Hausbank suchen

Außerdem hätten sie in Anbetracht der veränderten Bedingungen des Finanzmarktes die Bedeutung der Eigenkapitalquote und einer guten Rating-Note erkannt oder sich, wie der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, bestätigte, bei "Transparenz und Offenlegung der wirtschaftlichen Informationen" entsprechend angepasst. Gerade kleinere Unternehmen forderte Matthäus-Maier auf, sich "aktiv" um eine Verbesserung der Kreditvergabe zu kümmern und stärker das Gespräch mit der Hausbank zu suchen.

Unterstützung des Mittelstands geplant

Die KfW selbst wolle die Kreditvergabe von Förderkrediten attraktiver gestalten. Sie rechne noch im "Laufe des Jahres 2007" mit der Einführung des vor der Sommerpause angekündigten "standardisierten Förderkredites" für Mittelständler mit geringem Finanzierungsbedarf sowie eines Förderkredites für Existenzgründer, bei dem die KfW das Risiko der Geschäftsbanken übernehme.


Finanzierungsbedingungen verschlechtern sich

Eine deutliche Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für Unternehmen befürchtet HDE-Präsident Franzen durch die derzeit diskutierten Pläne zur Unternehmenssteuerreform. Die Unternehmen könnten nicht akzeptieren, dass Fremdkapitalkosten— als echte Kosten des laufenden Betriebes — nur noch eingeschränkt als Aufwand bei der Gewerbesteuer berücksichtigt werden sollten. Auch könne er dem nun wahrscheinlichen Kompromiss einer Zinsschranke nicht viel Gutes abgewinnen.


Vor "katastrophalen Folgen" in Bezug auf den Lieferantenkredit warnte auch Gerhard Hanke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Groß- und Außenhandels. Wenn Großhändler ihre Kosten für Lieferantenkredite nicht mehr absetzen könnten, müssten sie diese Kredite einschränken oder aber ihren Kunden in Rechnung stellen. Dies könnte auch im Handwerk zu "katastrophalen Ausfällen" führen.


Karin Birk/DHZ-Berlin