Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzinssatz für die Eurozone erwartungsgemäß bestätigt.
Leitzins bleibt auf historischem Tiefstand
Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, bleibt bei 1,00 Prozent, wie die EZB nach einer Ratssitzung in Venedig mitteilte. Die Notenbank hatte ihren Leitzins zuletzt im Mai um 25 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,00 Prozent gesenkt.
Die EZB sieht nach Worten ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet vorerst keine Veranlassung für eine Änderung ihrer sehr expansiven Geldpolitik. Das Leitzinsniveau im Euroraum sei auf seinem gegenwärtigen Niveau angemessen, sagte Trichet zur Begründung des Zinsbeschlusses. Die seit der vorherigen Sitzung veröffentlichten Konjunkturdaten und die Analyse der EZB hätten diese Einschätzung bestätigt.
Trichet sagte, zwar sei die Jahresveränderungsrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI) im September nach vorläufigen Informationen erneut leicht negativ gewesen, doch sollten die HVPI-Inflationsraten in den kommenden Monaten wieder in den positiven Bereich zurückkehren. Insgesamt dürfte die Preisentwicklung über den geldpolitisch relevanten Zeitraum hinweg gedämpft bleiben.
Hinsichtlich der Konjunkturentwicklung verwies der EZB-Präsident darauf, dass es weitere Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaftsaktivität im Euroraum gebe und dass sich die langsame Konjunkturerholung fortsetzen dürfte. Gleichwohl bleibe die Unsicherheit sehr hoch.
ddp
