KfW fördert Mikrofinanzierungen Hilfe bei Firmengründungen

In Deutschland sind rund 20 Prozent aller Gründer vor ihrem Schritt in die Selbstständigkeit arbeitslos. Die Gründung einer eigenen Unternehmung stellt für viele Arbeitslose - insbesondere auch für Langzeitarbeitslose - eine Alternative zur Erwerbslosigkeit dar.

Hilfe bei Firmengründungen

Der Markt für Mikrofinanzierungen in Deutschland insgesamt beträgt rund 5,5 Milliarden Euro pro Jahr, 1,2 Milliarden davon werden allein aus dem Gründungsbereich generiert, wie eine Auswertung der KfW Bankengruppe ergab.

Im Mikrofinanzierungsbereich und insbesondere bei Gründern, die für ihren Start zwischen 10.000 EUR und 25.000 EUR benötigen, zeigen sich ausgeprägte Finanzierungsschwierigkeiten, da das Kosten- und Ertragsverhältnis hier oft für Kreditgeber wirtschaftlich ungünstig ist. "Häufig finanzieren Arbeitslose ihre kleinvolumigen Gründungen zu einem großen Teil mit Kapital von Freunden und Verwandten und nehmen Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch; der Anteil von Bankkrediten ist vergleichsweise gering. Gleichzeitig haben Gründer aus der Arbeitslosigkeit größere Finanzierungsschwierigkeiten als andere Gründer", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW. "Mit steigenden Arbeitslosenzahlen und dem daraus resultierenden Anstieg von sogenannten 'Notgründungen' als Ergebnis der aktuellen Wirtschaftskrise werden die Finanzierungsprobleme im Mikrobereich noch deutlicher sichtbar werden."

Wie in der gesamten Gründungsfinanzierung stellen Bankfinanzierungen auch im Mikrobereich die wichtigste Finanzierungsquelle dar. So wird beispielsweise nahezu die Hälfte (46 Prozent) des externen Finanzierungsbedarfs im Bereich zwischen 10.000 und 25.000 Euro durch klassische Bankkredite bedient. "Mit unserem KfW-StartGeld unterstützen wir die Gründer dabei, von den Banken und Sparkassen Darlehen zu erhalten, indem wir u. a. 80 Prozent der Haftung übernehmen", sagt Dr. Irsch.

Für Antragssteller, die besonders schwierige Voraussetzungen und Bedingungen (wie z. B. Langzeitarbeitslosigkeit) mit sich bringen, gibt es seit September 2006 den Mikrofinanzfonds Deutschland, an dessen Kapital neben der KfW das Bundesministeriummfür Wirtschaft und Technologie, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die GLS Bank beteiligt sind. Dieser als Pilotprojekt gestartete Garantiefonds verbindet gezielte Beratung mit Finanzierung, wobei die kreditgebende Bank nur als 'Zahlstelle' fungiert. Sie wird vom Fonds zu 100 Prozent von den Kreditrisiken freigestellt. Die Mikrofinanzierer, die den Antragsteller beraten und begleiten, haften gegenüber dem Fonds für 20 Prozent der Risiken. "Dieses Pilotprojekt zeigt in erfreulicher Weise, dass auch unter unvorteilhaften Umfeldbedingungen startende Gründer erfolgreich den Schritt in die Selbstständigkeit gehen können", sagt Dr. Irsch.