EZB Ausstieg aus verbesserter Kreditversorgung noch zu früh

Nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ist "jetzt nicht der Zeitpunkt für den Ausstieg" aus der verbesserten Kreditversorgung der Banken.

Ausstieg aus verbesserter Kreditversorgung noch zu früh

Wenn die EZB die Bedeutung einer Exit-Strategie betone, sei dies nicht mit einer Umsetzung zu verwechseln, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Trichet verwies darauf, dass zwar der weltweite Wirtschaftsabschwung zu Ende gehe und es vermehrt Anzeichen für eine Konjunkturerholung gebe, zugleich warnte er erneut, dass diese Erholung ungleichmäßig ausfallen dürfte. Die Krise sei noch nicht zu Ende und die Unsicherheit weiter hoch, sagte der EZB-Präsident.

Weiter versicherte er, dass die EZB die außerordentlichen Maßnahmen, die unter ungewöhnlichen Umständen eingeführt worden seien, erst rückgängig machen würden, wenn die Verhältnisse an den Finanzmärkten wieder normal seien. Derzeit verfüge die Zentralbank nicht über alle erforderlichen Informationen, um den genauen Pfad des Ausstiegs aus der verbesserten Kreditversorgung zu kennen.

Zugleich betonte Trichet, dass die mittelfristige Preisstabilität bei der Umsetzung der Exit-Strategie ausschlaggebend sei. Beispielsweise könne sie auch die kurzfristigen Zinsen ändern, während zugleich noch die "verbesserte Kreditversorgung" in Kraft sei.

EZB-Ratsmitglied und Bundesbankpräsident Axel Weber sieht ebenfalls ein Abklingen der weltweiten Rezession. Zugleich ließen auch die Spannungen im Bankensektor und an den Finanzmärkten nach, sagte er. Allerdings sei die Krise nicht vorbei "und es wird aller Wahrscheinlichkeit weitere Tests geben", sagte Weber.

Zugleich betonte er die Notwendigkeit glaubwürdiger Exit-Strategien: "Es ist nie zu früh, um über Ausstiegsstrategien zu reden." "Es ist aber definitiv nicht die richtige Zeit, solche Schritte zu ergreifen", sagte Weber. Auch müssten die öffentlichen Finanzen wieder in Ordnung gebracht werden.

ddp