Genuss pur im Prandtauerhof in der Wachau Feine Weine, leckeres Essen, gehaltvolle Brände

Entlang der Donau von Melk bis Krems erstreckt sich die Wachau, eine der romantischsten Teilstücke der Donau bis zu ihrer Mündung in Schwarze Meer. Von Sepp Steinbrenner

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    Eine Wohlfühloase, der Innenhof im Prandtauerhof. Foto: Steinbrenner
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    Der Fasskeller: Hier reift der Qualitätswein. Foto: Steinbrenner
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    Die Wachauer Marillen: Am besten als Marmelade oder Brand. Foto: Steinbrenner
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    Hier erleben die Früchte ihre Metamorphose: Aus der Maische wird der Brand. Foto: Bernleitner
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    Der Prandtauerhof: Ein Ort des Genusses. Foto: Blaha

Feine Weine, leckeres Essen, gehaltvolle Brände

Der 1308 als Lesehof des St. Pöltener Chorherrenstiftes erbaute Gutshof ist heute ein Hort der Gastlichkeit. Das Anwesen wurde 1696 vom Barockbaumeister Jakob Prandtauer, dem Erbauer von Stift Melk, in ein barockes Schmuckstück verwandelt. Dieses alte Gemäuer birgt heute ein dreifaches, höchst genussvolles Innenleben. Die Familie Holzapfel hat den Prandtauer Hof vor dem Verfall gerettet und mit viel Liebe und großem Engagement zu einem Wohlfühltempel der Sinne gestaltet. Der Aufenthalt in den Mauern wird zu einem reinen Genuss. Der Prandtauerhof, strahlt mit seinem zweigeschossigen, pilastergegliederten Arkaden italienisches Flair aus.

Bereits seit der Zeit der Römer wird in der Wachau Wein angebaut. Bekannt wurde die Region vor allem durch ihre erstklassigen Weißweine wie etwa Riesling oder Grüner Veltliner. Heute verpflichten sich die Winzer mit ihrer Mitgliedschaft bei „Vinea Wachau Nobilis Districtus“ zu höchster Qualität. Dabei werden keine Trauben aus anderen Regionen zugekauft. Und als spezielles Merkmal werden die Wachauer Weine in drei Kategorien gegliedert: Steinfeder, Federspiel und Smaragd.

Karl Holzapfel bewirtschaftet 14 Hektar Weinberge und zählt zu den führenden Weingütern in der Wachau. Laut dem Feinschmecker-Guide "A la Carte" zählt er sogar zu der besten Weingütern Österreichs.

Im hervorragenden Weißwein-Jahrgang 2006 ist beispielsweise der Riesling Smaragd aus der Lage Vorderseiber mit seiner hellen und transparenten Frucht und seinen Aromen nach reifen Marillen hervorzuheben, aber auch der fruchtbetonte, an Birne und Quitte erinnernde Veltliner-Federspiel aus der Riede Achleiten lohnt eine Verkostung. Sozusagen die Quintessenz aus den mineralischen Einflüssen der Lage verkörpert der Grüne Veltliner Smaragd 2003 aus der Ried Achleiten: intensiv, aromatisch mit dem Geschmack reifer, tropischer Früchte und einem langem Abgang. Auch der Grüne Veltliner Zehenthof präsentiert sich 2003 von seiner besten Seite: trocken, cremig, fruchtig, feinbalanciert und lang anhaltend am Gaumen.

Absolutes Top-Traubenmaterial prägt die sogenannten Hippolyt-Weine – benannt nach dem Namensheiligen vom Prandtauerhof –, die mindestens ein Jahr im Fass auf der Feinhefe lagern und erst nach rund 1,5 Jahren in den Verkauf kommen. So runden hervorragende Hippolyt aus Zweigelt und Weißburgunder die Palette des Weinsortiments ab.

Die Obstbrennerei von Karl Holzapfel kann mit seinem Ruf als Winzer durchaus mithalten. Die in den jahrhundertealten Kreuzgewölben erzeugten Edelbrände zählen zu den besten in Österreich. Holzapfel verwendet ausschließlich frische, vollreife Früchte und hat sich auf Apfel, Marille, Weichsel, Williams, Johannisbeere sowie Quitte spezialisiert.

Im gemütlichen Gutshofrestaurant werden im stimmungsvollen Arkadenhof oder in den eleganten Gaststuben kreativ verfeinerte, regionale Köstlichkeiten aufgetischt. Das „Freiluftrestaurant“ alleine ist schon einen Besuch im Prandtauerhof wert. Eine liebevoll gestalteter, mit Palmen und Oleander bestückter Innenhof verleihen dem Lokal mediterranes Flair und Wohlgefühl, das man selten findet.

Im Prandtauerhof kann man auch höchst genussvoll wohnen. Im ersten Stock des romantischen Arkadenhofs liegen die Zimmer. Die geräumigen und komfortabel eingerichteten Räume präsentieren sich in hellen, heiteren Farben des britischen Labels „Designers Guild“ und sind mit extra großen Betten ausgestattet. Barbara Holzapfel hat hier, wie im ganzen Haus mit viel Liebe zum Detail ihren guten Geschmack walten lassen. Nach einer Nacht in der man vielleicht auch von den hervorragenden Weinen des Hausherrn gekostet hat, mundet das Frühstück besonders mit selbstgebackenem Brot und selbstverständlich mit einer hausgemachten Marillenmarmelade, die die ganze Frucht im Geschmack entfaltet. Reizvoll ist, das Frühstück in den idyllischen Arkaden zu genießen.

Wer sich etwas mehr Genuss gönnen will, kann neben den Weinen und Obstbränden auch allerlei Hausgemachtes aus der Gutshofküche wie zum Beispiel die schon erwähnte Marillenmarmelade, Marillensenf, süß und sauer Eingelegtes, Grammelschmalz und Pasteten mit nach Hause nehmen.

Die bodenständig ausgerichtete Küche von Barbara Holzapfel verwendet vor allem ausgewählte Produkte der umliegenden Region und des nahen Waldviertels, wobei sich auf der Karte unter anderem neben dem faschierten Kalbsbutterschnitzel, Tafelspitz mit Cremespinat, Erdäpfelschmarrn und Apfelkren sowie Bachsaiblingsfilet in der Erdäpfelkruste und Rieslingssauce auch Spezialitäten aus dem Prandtauerhof finden. Der Schinken vom Rind oder Wildschwein kommt aus der eigenen Hausräucherei, dazu Terrinen oder verführerische Marillenkreationen. Zum Klassiker des Hauses avancierte die Etagere mit kleinen Köstlichkeiten.

Der prachtvolle Rahmen des Barockjuwels hat sich im Lauf der letzten Jahre auch zu einem stilvollen und gefragten Veranstaltungsort entwickelt. Hochzeitspaare geben sich in der romantischen Kapelle das Jawort und Firmenevents werden vom besonderen Flair dieses historischen Hofes inspiriert. Das Willkommenm durch Barbara und Karl Holzapfel lässt einen gleich heimisch sein und macht der jahrhundertealten Wachauer Tradition alle Ehre.


Öffnungszeiten: von Montag bis Samstag: von 9 bis 17 Uhr

Sonntag von 9 bis 12 Uhr

Prandtauerhof, Weingut Holzapfel,

Joching 36. A-3610 Weißenkirchen

Telefon: 0043/2715/2310