Erstes Lehrjahr: Kritische Fans im Tabellenkeller
Die wichtigste Vorgabe beim Pool Billard heißt: Die schwarze Acht darf erst versenkt werden, wenn man all seine anderen Kugeln vom Tisch geräumt hat. Manchmal sind die Regeln anderer Spiele auf den Fußball ganz gut anwendbar, daran hätte vielleicht auch Bochums Trainer Marcel Koller denken sollen: Der servierte seine Nummer acht, den durchaus kritischen Kapitän Thomas Zdebel, nämlich vorzeitig ab – in der Winterpause, eiskalt und ohne Vorwarnung.
Doch der Routinier ist eine Integrationsfigur an der Ruhr, entsprechend empört reagierten die Fans vor dem ersten Heimspiel des neuen Jahres gegen Karlsruhe: Der ganze Block hielt Papptafeln mit Zdebels Rückennummer acht nach oben, man forderte zudem den Rücktritt des Vorstandes und der Geschasste meldete sich aus seiner neuen Heimat Leverkusen zu Wort: Er drücke den Jungs die Daumen. Nachfrage des Reporters: Auch dem Trainer? Antwort Zdebel: "Dem VfL Bochum.“ Das zumindest schien zu wirken: Nach 13 Spielen ohne Sieg gelang ein 2:0 gegen den KSC, eine endlos lange Durststrecke ging damit zu Ende.
Durch den Sieg ist Bochum in der Tabelle sogar an Karlsruhe vorbeigezogen. Auch dort sind die Anhänger übrigens auf hundertachtzig: Nach dem Pokal-Aus am Mittwoch gegen Wehen gab’s Randale und wüste Beschimpfungen. Merke: Im Tabellenkeller lassen sich die Anhänger nichts gefallen.
stga