Den Bankern der staatseigenen Förderbank KfW ist offenbar bereits vor der millionenschweren Überweisung an das insolvente Investmenthaus Lehmann Brothers die Schieflage des amerikanischen Bankhauses bekannt gewesen.
KfW-Bankern war Lehman-Schieflage bekannt
Wie "Spiegel Online" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" übereinstimmend berichten, sind die KfW-Manager bereits Freitag vorvergangener Woche bei einer Analyse zu dem Schluss gekommen, dass "Lehman nicht so gut aussieht".
So beschloss die KfW laut "FAZ", die geplante Überweisung durchzuführen, weitere Geschäfte mit Lehman aber nicht mehr zu tätigen. Trotz sich zuspitzender Medienberichte sei der Auftrag zur Transaktion dann am Montag um 8.37 Uhr bei der Bundesbank eingegangen und wenig später ausgeführt worden. Ein weiteres Treffen des Krisenstabes der Bank habe die Überweisung nicht mehr stoppen können. Dem Bericht zufolge ist mindestens die Hälfte der 350 Millionen Euro verloren.
Nach Angaben von "Spiegel Online" hingegen haben sich die drei suspendierten Manager der KfW bereits bei ihrer Analyse am Freitag auf einen Überweisungsstopp an Lehman verständigt. Allerdings habe offenbar niemand die bereits im Computer gespeicherte Transaktion überprüft. So sei dann am Montag um 8.03 Uhr die betreffende Überweisung an die zuständige Bundesbank übermittelt worden.
Wenig später erreichte KfW-Chef Ulrich Schröder wie alle anderen Chefs deutscher Banken eine Mail der Bundesbank, wonach "Lehman nicht mehr am Zahlungsverkehr teilnimmt".
Unterdessen geht Schröder Medienberichten zufolge von einem Verlust der KfW für das laufende Geschäftsjahr aus. Die Höhe des Verlustes hänge von der Entwicklung der Finanzkrise und der Bewertung des Wertpapierbestands ab.
ddp
