KfW-Panne KfW-Verwaltungsrat suspendiert zwei Vorstandsmitglieder

Der Verwaltungsrat der KfW Bankengruppe hat zwei Vorstandsmitglieder wegen der Überweisung an die US-Investmentbank Lehman Brothers kurz vor deren Insolvenz suspendiert.

KfW-Verwaltungsrat suspendiert zwei Vorstandsmitglieder

Das sagte der KfW-Verwaltungsratsvorsitzende, Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), im Anschluss an eine Sitzung des Gremiums in Berlin. Es handele sich dabei um die Vorstände Peter Fleischer und Detlef Leinberger.

"Der Verwaltungsrat hat beschlossen, zwei Vorstandsmitglieder vom Dienst zu suspendieren, und der Vorstand hat ebenfalls einen Bereichsleiter vom Dienst suspendiert", sagte Glos. "Die näheren Umstände, die dazu geführt haben, werden von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften nochmals untersucht", kündigte der Minister an.

Stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender, Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), sagte, der Vorgang sei ein klarer Hinweis, dass das Risikocontrolling bei der KfW nicht intakt sei. Dafür hätten auch Personen Verantwortung zu tragen.

Allerdings sei der Vorgang nicht abschließend geprüft. Solange er geprüft werde, sei der Verwaltungsrat auf Vorschlag des KfW-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schröder der Auffassung, "dass die beteiligten Personen zu suspendieren sind". Der Vorstand werde dem Verwaltungsrat so schnell wie möglich Vorschläge machen, wie das Controlling verbessert werden kann.

Zur Höhe der erfolgten Überweisung und zum Gesamtengagement der KfW bei Lehman Brothers machten beide Minister keine Angaben.

Zudem billigte der Verwaltungsrat den Verkauf der IKB Deutsche Industriebank AG an den US-Investor Lone Star. Die Transaktion sei mit zwei Gegenstimmen gebilligt worden, sagte Glos, der zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der KfW ist. Lone Star soll den kompletten KfW-Anteil von 90,8 Prozent an der IKB übernehmen und dafür Berichten zufolge rund 115 Millionen Euro zahlen.

Die Düsseldorfer Mittelstandsbank war im Sommer vergangenen Jahres in die Krise geraten, nachdem sie zuvor mit Kreditderivaten spekuliert hatte. Sie musste mit Mitteln der KfW, des Bundes und der deutschen Bankenverbände vor dem Zusammenbruch gerettet worden, die insgesamt rund 10,5 Milliarden Euro hierfür aufgebracht hatten.

ddp