Der Bundesverband deutscher Banken hat Berichten über mögliche Schwierigkeiten beim Einlagensicherungsfonds der privaten Kreditwirtschaft im Zuge des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers widersprochen.
Einlagensicherungsfonds nicht in Notlage
"Der Einlagensicherungsfonds befindet sich keinesfalls in einer Notlage", betonte der Bankenverband (BdB) in einer Mitteilung. Durch Presseberichte sei "ein falsches Bild über die Leistungsfähigkeit" der Sicherungseinrichtung des BdB entstanden. Diese werde auch weiterhin wie in den vergangenen drei Jahrzehnten bei Einlagensicherungsfällen die geschützten Einlagen entschädigen.
Eine Gleichsetzung der Summe geschützter Einlagen mit der beim Einlagensicherungsfonds verbleibenden Schadenssumme sei "sachlich falsch", denn im Wege der Verwertung der Vermögenswerte einer insolventen Bank fließe in der Regel der deutlich größere Teil der für die Entschädigung bereitgestellten Liquidität wieder zurück. "Aufgrund der hohen Verwertungsquote ist der letztendlich beim Einlagensicherungsfonds verbleibende Schaden also deutlich geringer als die Summe der geschützten Einlagen", betonte der Verband.
Im Fall der Lehman Brothers Bankhaus AG habe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob überhaupt ein Entschädigungsfall ausgesprochen werde, hob der Bankenverband hervor. Die BaFin hatte am Montag für Lehman Brothers ein Moratorium und damit die Schließung der Schalter für den Kundenverkehr angeordnet, nachdem die US-Muttergesellschaft Gläubigerschutz beantragt hatte.
ddp