Seit Dienstag 21 Uhr bietet Google einen eigenen Web-Browser an: Google Chrome soll sicherer, stabiler und schneller sein als die Konkurrenz. Die Deutsche Handwerks Zeitung online hat den neuen Browser getestet. Von Patrick Choinowski
Chrome ist blitzschnell und einfach zu bedienen
Um kurz nach 21 Uhr, genauer gesagt um 21.02 Uhr war es am Dienstag soweit. Google schaltete den Downloadlink auf seinen neuen Browser Chrome frei. Und wiederum nur zwei Minuten später war die Installer-Datei (486 kB) der Beta-Version auf dem Rechner installiert. Das Programm startete fix und öffnete sich ohne Verzögerung. Pech haben allerdings diejenigen, die keinen PC mit Windows XP oder Vista haben. Dann läuft der Google-Browser nämlich nicht.
Google versprach nur wenige Stunden vor dem Start von Chrome, den Browser schneller zu machen als die Konkurrenzprodukte wie Mozillas Firefox oder Microsofts Internet Explorer. Das Versprechen hat der Konzern gehalten: Die Webseiten öffnen sich mit Chrome schneller. Kein Zögern oder Warten. Kaum ist die Adresse in die Leiste eingeben, schon öffnet sich die Webseite.
Minimalistischer Aufbau
Schon typisch für ein Google-Produkt ist die Startseite des Browsers sehr minimalistisch gestaltet: Eine Adressleiste, drei Navigationspfeile (zurück, vorwärts aktualisieren), Tabs wie man sie aus dem Mozilla Firefox oder dem Internet Explorer 7 kennt und eine Leiste für Lesezeichen. Rechts befinden sich zwei Buttons für die Einstellungen.
Die Navigation erfolgt durch die Adress-/Eingabeleiste: Diese dient nicht nur zum Tippen einer Web-Adresse, sondern fungiert auch als Suchmaschine, die ständig mit Google kommuniziert. Gibt man die ersten Buchstaben in die Leiste ein, bietet Chrome gleich Lösungen für das Suchwort bzw. die gesuchte Webseite an. Der Benutzer kann sogar selbst bestimmen, mit welcher Suchmaschine er suchen möchte. Außerdem öffnet sich eine Vorschlagsliste, die länger wird, desto öfter man den Browser benutzt. Denn er lernt ständig hinzu und merkt sich alles.
Effizient und einfach ist auch der Umgang mit mehreren Fenstern und Reitern innerhalb eines Fensters. Die Tabs sind alle unabhängig voneinander. Neue Tabs werden durch einen Klick immer neben dem alten eingereiht. Ob es auf Dauer sinnvoll oder eher nervig ist, dass beim Aufrufen eines neues Tabs stets kleine Screenshots von bereits besuchten Webseiten eingeblendet werden, bleibt abzuwarten. Wer will, kann einen Tab auch direkt per Mausklick in die Taskleiste ziehen und ein ganz neues Fenster öffnen. Umgekehrt ist das auch möglich.
Nicht optimale Lesezeichen-Verwaltung
Eine Schwäche ist die Lesezeichen-Verwaltung. Per Klick auf das Sternchen neben der Adressleiste merkt sich der User eine Internetadresse. Um sie wiederzufinden, muss er sie in der Lesezeichenleiste sinnvoll platzieren oder in der Adressleiste ein passendes Stichwort eingeben, dann wird sie in dem aufklappenden Menü angezeigt. Das Öffnen aller Seiten eines Lesezeichen-Ordners und andere praktische Funktionen existieren dagegen nicht.
Fazit: Google Chrome bietet ein schnelles Surferlebnis, bei dem die einfache und intuitive Bedienung hervorzuheben sind. Er bedient sich vieler Features, die die Konkurrenz-Browser auszeichnen. Ob man den neuen Browser den altgedienten Mozilla Firefox oder Internet Explorer vorzieht, bleibt dem User letztlich selbst überlassen. Sicherheitsexperten bemängeln potenziell kritische Schwachstellen und raten davon ab, den Browser beim täglichen Surfen einzusetzen. Auch Datenschützer sind skeptisch.Sicherheitsexperte Daniel Bachfeld vom Fachverlag Heise rät Durchschnittsnutzern davon ab, die vorläufige Version beim täglichen Surfen im Internet einzusetzen: "Das wäre ziemlich gefährlich." Chrome weise mindestens eine Lücke auf, über die Schädlinge auf den Computer eingeschleust werden könnten.