Altersvorsorge Experten kritisieren "Wohn-Riester"

Die neuen Möglichkeiten, mit Riester-Verträgen auch Wohneigentum zu erwerben, stoßen bei Experten auf große Skepsis.

Experten kritisieren "Wohn-Riester"

Der Traum von einer Immobilie als Altersvorsorge werde wegen des Bevölkerungsschwunds und stagnierender Einkommen sei viele Familien mit einem hohen Risiko behaftet, berichtet das ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus" in seiner aktuellen Ausgabe (Sendetermin Dienstag ab 21.50 Uhr).

Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale NRW befürchtet vor allem Mitnahmeeffekte beim sogenannten "Wohn-Riester". Wer sich heute keine Immobilie leisten könne, werde sie sich auch mit "Wohn-Riester" nicht leisten können, da die Förderbeträge nicht ausreichten. Wörtlich sagte Bieler: "Es ist letztendlich ein Entlastungseffekt für die, die die Immobilie stemmen können und dann praktisch sagen können: OK, dann integriere ich die Altersvorsorge direkt mit rein und freu mich über die Zulagen, die ich bekomme."

Auch der Experte für die Ökonomie von Stadt- und Regionalplanung, Ulf Hahne, äußerte sich in "Plusminus" skeptisch. Eine Immobilie als Altersvorsorge sei nur in bester Lage empfehlenswert. Gute Lagen seien für die Meisten aber unbezahlbar. Deshalb befürchtet er, dass mit "Wohn-Riester" am Ende eher Verlustgeschäfte gefördert werden. Wohn-Riester sei gut gedacht, ziele aber in die falsche Richtung, sagte Hahne. Statt Immobilien sollten Energiesparbauten und der Bau von altersgerechten Wohnungen gefördert werden.

ddp