Europäische Zentralbank EZB erhöht Zinsen auf 4,25 Prozent

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat das Leitzinsniveau im Euroraum wie erwartet angehoben. Das Gremium erhöhte den Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, von 4,00 auf 4,25 Prozent.

EZB-Präsident Jean-Claude trichet verkündet die Zinserhöhung. Foto: ddp

EZB erhöht Zinsen auf 4,25 Prozent

Marktbeobachter hatten angesichts der hohen Inflation mit dieser Entscheidung gerechnet. Zuletzt hatte die EZB die Zinsen vor einem Jahr um 0,25 Prozent auf 4,00 Prozent angehoben. Der deutsche Börsen-Leitindex DAX und der Euro zeigten sich nach der Zinserhöhung kaum bewegt.

Aufgrund der sich abzeichnenden Konjunkturschwäche rechnen die meisten professionellen EZB-Beobachter gegenwärtig damit, dass es die Notenbank vorerst bei diesem einen Schritt belassen wird. Vertreter des EZB-Rats haben bisher betont, dass keine Serie von Zinserhöhungen geplant sei.

Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent erreicht. Im Juni waren die Verbraucherpreise in der Eurozone allerdings mit der Rekordrate von vier Prozent gestiegen. Für den Anstieg der Erzeugerpreise wurde ebenfalls eine Rekordentwicklung ausgewiesen. Auf der anderen Seite dürften in den kommenden Quartalen die hohen Ölpreise, der starke Euro, die Finanzkrise und eine insgesamt schwächelnde Weltwirtschaft auf der konjunkturellen Entwicklung in der Eurozone lasten.

Bereits im Vorfeld der Zinsentscheidung war es zu kritischen Stimmen aus Frankreich und Deutschland gekommen. Vor allem Frankreich Präsident Nicolas Sarkozy ist die Antiinflationspolitik der EZB ein Dorn im Auge, er will die Notenbank stärker auf Wachstumsziele ausrichten. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte gesagt, die Notenbank solle bedenken, welche Folgen ihre Entscheidungen für das Wirtschaftswachstum hätten.

ddp