Finanzkrise KfW-Chefin Matthäus-Maier tritt zurück

Wegen der Krise bei der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ist die Vorstandssprecherin der staatlichen KfW-Bankengruppe, Ingrid Matthäus-Maier, überraschend von ihrem Amt zurückgetreten.

Ingrid Matthäus-Maier tritt als KfW-Chefin ab. Foto: ddp

KfW-Chefin Matthäus-Maier tritt zurück

Die KfW ist Hauptaktionär der IKB, die durch Geschäfte am kriselnden US-Markt für bonitätsschwache Immobilienkredite (Subprime) in eine Schieflage geraten war und mit mehreren Milliardenbeträgen gerettet werden musste.

Wie die KfW nach einer Sitzung ihres Verwaltungsrates unter Leitung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mitteilte, habe Matthäus-Maier dem Gremium mitgeteilt, "aus akuten gesundheitlichen Gründen" ihr Amt als Sprecherin des Vorstands niederzulegen. Sie bleibe zunächst Vorstandsmitglied und werde im September 2008 in den Ruhestand treten. Sie wird im September 63 Jahre alt und kann dann laut Anstellungsvertrag in den Ruhestand gehen.

Matthäus-Maier begründete ihren Rücktritt damit, dass die "Turbulenzen um die Risikoabschirmung der IKB und die andauernde Diskussion" um ihre Person dazu geführt hätten, dass sie sich nicht mehr mit voller gesundheitlicher Kraft ihrer Arbeit widmen könne und zudem die KfW immer mehr Schaden nehme. "Da die Bank in dieser schwierigen Lage einen gesundheitlich voll einsatzfähigen Sprecher braucht und sich zudem wieder auf ihre Förderaufgaben konzentrieren kann, lege ich außerdem mein Amt als Sprecherin der KfW nieder", sagte Matthäus-Maier.

#Über die Nachfolge von Matthäus-Maier wird laut KfW zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen. Bis dahin wird das Sprecheramt kommissarisch durch Wolfgang Kroh, Mitglied des Vorstands der KfW, wahrgenommen.

Die KfW teilte weiter mit, das Geschäftsergebnis 2007 sei maßgeblich durch die Risikoabschirmungsmaßnahmen für die in existenzielle Nöte geratene IKB geprägt gewesen. Aufgrund der anhaltend negativen Entwicklungen des von der IKB eingerichteten Investmentvehikels Rhineland Funding im ersten Quartal 2008 ergebe sich ein weit höherer Wertberichtigungsbedarf als noch im Dezember erwartet. Diese Entwicklung werde vollständig im Geschäftsjahr 2007 erfasst.

Die Gesamtbelastungen aus der IKB-Krise für die KfW belaufen sich laut Mitteilung nun auf 7,2 Milliarden Euro, davon entfielen 6,8 Milliarden auf die verschiedenen Instrumente der Risikoabschirmung und 0,4 Milliarden auf Abschreibungen auf den Anteil der KfW an der IKB. Im nach dem Handelsgesetzbuch erstellten Einzelabschluss der KfW werde ein Jahresfehlbetrag von 1,4 Milliarden Euro ausgewiesen

ddp