Auch den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken drohen wegen der aktuellen Finanzkrise Einbußen. Ein auf verbriefte Kredite spezialisierter Fonds der Union Investment muss möglicherweise liquidiert werden.
Auch Volksbanken von Finanzkrise betroffen
Betroffen wären laut "Manager Magazin" bis zu 200 genossenschaftliche Institute. Diese Institute hätten teilweise erhebliche Teile ihres Anlagevermögens in den 2001 aufgelegten "ABS-Invest"-Fonds der Union Investment gesteckt. Der auf verbriefte Kredite in den USA und Europa spezialisierte Fonds, der europaweit vertrieben wurde, habe ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Der Handel mit den Anteilen des Fonds wurde Ende Juli 2007 infolge der weltweiten Finanzkrise eingestellt.
Während die deutschen Kunden die Schließung des Fonds offenbar hinnahmen, wollen einige italienische Investoren per Anwalt dagegen vorgehen, schreibt das Blatt weiter. Sie verlangten die Rückzahlung ihrer Anteile. Dem "ABS-Invest" droht nach Informationen des Magazins deshalb die Liquidierung, was Union Investment zurückweise. Angesichts der aktuellen Lage auf den Kapitalmärkten dürfte ein Zwangsverkauf des Fondsvermögens Kursverluste von bis zu 60 Prozent verursachen, schreibt das Magazin. Der Fonds könnte somit rund 600 Millionen Euro verlieren.
"Die Gefahrenmomente wegen der Finanzkrise bleiben akut. Die Kreditmarktkrise in den USA beginnt, auf die dortige Konjunktur durchzuschlagen. Bei zahlreichen Banken findet ein dramatischer Verzehr von Eigenkapital statt, was wiederum die Kreditvergabe einschränkt", erklärte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer..
Die deutschen Kreditinstitute sind nach Meinung von Schleyer nicht in gleichem Umfang von der Krise betroffen, da sie sich mit unterschiedlicher Intensität in den sehr risikoreichen Finanzmarktinvestitionen engagiert haben. "Institute und Institutsgruppen, die vergleichsweise geringen Schaden genommen haben, sollten die Chance nutzen, im Interesse einer weiterhin reibungslosen Mittelstandsfinanzierung in die Bresche zu springen."
Im Hinblick auf das mittelstandspolitische Fördergeschäft der KfW drohten jedoch "unmittelbare Gefahren": "Die beträchtlichen Geldmittel, die die KfW bisher zur Stabilisierung der IKB aufbringen musste, beeinträchtigen die Refinanzierung der KfW-Förderprogramme und können so zu Konditionenverschlechterungen in den gerade auch für Handwerksbetriebe wichtigen Förderprogrammen führen", warnte Schleyer.
In jedem Fall müsse sichergestellt sein, dass die Mittel des ERP-Sondervermögens, das eine wesentliche Grundlage der Mittelstandsförderung in Deutschland ist und gerade erst auf die KfW übertragen worden war, weiterhin voll für Förderzwecke zur Verfügung steht.
pc/ddp