Münchner Erzbischof Marx Geldgier Ursache der Finanzkrise

Für den Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, ist Geldgier die Ursache der Bankenkrise. "Ein erster Schock war schon das Platzen der Internetblase im Jahr 2000, als selbst seriöse Banken die Leute unter dem Banner der Gier zum Aktienkauf getrieben haben", sagte Marx der Zeitung "Bild am Sonntag".

Geldgier Ursache der Finanzkrise

Jetzt habe die Geldgier die Menschen schon wieder in die Irre geführt. Die Krise beurteilte Marx als bedrohlich. Man wisse noch gar nicht, welche Auswirkungen sie auf die Wirtschaft haben werde. "Wir brauchen eine Ordnungspolitik für die Weltwirtschaft, auch gerade im Blick auf die Kapitalmärkte", verlangte der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Frage der Deutschen Bischofskonferenz.

Marx forderte eine moralische Vorbildfunktion von Managern. Die Aufsichtsräte setzten die ökonomischen Anreize für die Erfolgsbeteiligung so, dass die Manager nur auf die Börsennotierung und die vierteljährliche Kapitalrendite achteten. "Alle anderen Dinge werden dann unwichtig. Das ist doch keine unternehmerische Verantwortung!", rügte Marx. "Wir können die Akteure nicht von der persönlichen Moral dispensieren. Und da kommen wir zum Kern: Führungskräfte in Unternehmen, auch in der Politik und natürlich in der Kirche, müssen Vorbilder sein", sagte er.

ddp