Der Widerstand der Wirtschaft gegen die geplante Reform der Erbschaftssteuer wächst. Unternehmen und Verbände laufen Sturm gegen die vorliegenden Pläne der Bundesregierung.
Erbschaftsteuer gefährdet Standort Deutschland
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, befürchtet ein erhebliches "Standortproblem" für Deutschland: "Die steuerliche Belastung für Betriebe wird nicht nur in Einzelfällen deutlich ansteigen", sagte Braun dem "Handelsblatt". Mittelfristig gefährde die geplante Neuregelung der Erbschaftsteuer "bei einer Reihe von Unternehmen den Stammsitz Deutschland – und damit natürlich auch viele Arbeitsplätze".
In einer umfassenden Stellungnahme machen auch die acht führenden Wirtschaftsverbände auf die Gefahren der Erbschaftsteuerpläne aufmerksam. "Bei Umsetzung des vorliegenden Kabinettsentwurfs würde die Unternehmensnachfolge in vielen Fällen deutlich teurer, in jedem Falle aber erheblich risikoreicher und bürokratischer", heißt es in dem Schreiben, das dem "Handelsblatt" vorliegt. Der Gesetzentwurf bedürfe "signifikanter Änderungen", damit der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht an Attraktivität verliere.
Eine reformierte Erbschaftssteuer müsse den Familienunternehmen in der oft schwierigen Phase des Generationenwechsels die nötige Liquidität überlassen, um Deutschland als Investitionsstandort zu stärken, heißt es in der Stellungnahmen an den Finanzausschuss des Bundestags weiter.
Länderfinanzminister stehen auf der Seite der Betriebserben
Erst vergangene Woche haben die Finanzminister der Länder gefordert, Betriebserben bei der Erbschaftsteuerreform stärker entgegenkommen als die Bundesregierung. $(LChttp://2123975:Die Konferenz plädiert dafür, die Bedingungen für einen weitgehenden Steuererlass zu entschärfen.)$
ddp