Kunst, Kultur und Gaumenfreuden

Ob Parmaschinken, Parmesan oder Balsamico-Essig, viele der weltberühmten Köstlichkeiten stammen ursprünglich aus der Emilia-Romagna. Ein Schlaraffenland.

Nur geprüfte und ausgebildete Trüffelsucher, die mit traditionellen Grabwerkzeugen ausgestattet sind, dürfen auf die Jagd gehen. Foto: Reisberger

Kunst, Kultur und Gaumenfreuden

Da lag es nahe, in den bedeutendsten Gebieten der Region Wein- und Genießerstraßen einzuführen. Mittlerweile können an 15 Routen auf einer Gesamtlänge von 2.000 km Weine und regionaltypische Spezialitäten verköstigt werden. Besonders reizvoll ist das im Zusammenhang mit Brauchtum, Feiertagen und örtlich typischen Festen.

Die Feinschmeckerstraßen – "Strada dei vini e dei sapori" – führen durch Ferrara, Bologna und Modena bis hinauf in den Apennin. In den flachen Gewässern des Po-Deltas werden Fluss- und Seefische gefangen und auf vielerlei Weise zubereitet. Weiter im Hinterland baut man den beliebten rubinroten Lambrusco Grasparossa an und in den Käsereien und traditionellen Balsamico-Kellereien weiht man die Besucher gerne in fast alle Geheimnisse der Käserei oder der Essigherstellung ein.

Ein anderer Teil der Feinschmeckerstraße mit dem Beinamen „della Pianura Modenese“, beginnt in den Tälern der Provinz Modena, der Heimat von Lambrusco di Sobara und Salamino di Santa Croce. Auf der Route "Strada del Pesce", in den meernahen Provinzen Ravenna, Rimini und Forlì-Cesena kann man eine der größten Traditionen der Emilia-Romagna kennen lernen: die Fischerei und die große Palette traditioneller Köstlichkeiten der Adria. Die zauberhafte Stadt Comacchio, auf 13 Inseln im Po-Delta gelegen, ist von vielen Kanälen durchzogen und über die vielen Brücken gelangt man durch die fast autofreie Stadt, die man auch vom Boot aus besichtigen kann. Auf dem antiken Fischmarkt wird als besondere Spezialität Aal angeboten, der in den örtlichen Küchen auf angeblich 48-fache Art zubereitet wird

Rund um das Dorf Monzuno gibt es 70 geprüfte Trüffelzonen auf insgesamt 350 ha Land. Um diese unterirdischen Kostbarkeiten finden zu können, setzt man extra ausgebildete Trüffelhunde ein, die mit Nase und Pfoten suchen und sehr schonend mit den kostbaren Pilzen umgehen, die immerhin 2.400 Euro für das Kilo erzielen können. Graziano Zivieri, der seit vielen Jahren der Assoziation "Il Tartuffo" angehört, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wälder zu pflegen und mit seinen Mitstreitern darauf zu achten, nur geprüfte und ausgebildete Trüffelsucher auf die Jagd gehen zu lassen, die auch mit dem traditionellen Grabwerkzeug, eine Art Trüffelspaten, ausgestattet sein müssen.

Von Kennern geschätzt

Kocht man nun hausgemachte Nudeln in Brühe und etwas Butter und hobelt hauchfeine Scheiben der weißen Trüffel darüber, kann man sich im Moment nichts vorstellen, was besser schmecken könnte. Dieses und andere ausgezeichnete Gerichte werden von Kennern sehr geschätzt und in der Trattoria Monti bei Monghidoro einzigartig zubereitet. Außerhalb der Trüffelzeit wird "nur" Käse über die Pasta gerieben. Damit ist der einzigartige Parmiggiano-Reggiano aus Modena gemeint. Kenner hobeln ihn über gedünstetes Gemüse und träufeln ein paar Tropfen Aceto Balsamico darüber – und der stammt auch aus der Emilia-Romagna.

ch

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