Angesichts einer möglichen weltweiten Konjunkturkrise ist der deutsche Leitindex DAX an einem Tag so stark ins Minus gerutscht wie letztmals am 11. September 2001. Der DAX verlor am Montag 7,2 Prozent und damit mehr als 500 Punkte auf 6.790 Zähler.
Größter Crash seit dem 11. September 2001
Vor allem die schwachen Vorgaben aus dem asiatischen Markt setzten die Börsen unter Druck. Die Kursstürze in Asien waren Händlern zufolge eine Reaktion auf die anhaltende Angst vor einer Rezession in den USA. Die Kurse an der Börse in Moskau brachen ebenfalls um mehr als sieben Prozent ein. An der Wall Street in New York wurde aufgrund des Feiertags "Martin Luther King Day" am Montag nicht gehandelt.
Euro auf Abwärtstrend
Der Euro setzte seinen Abwärtstrend fort. Händlern zufolge belastete die Flucht von Investoren aus Anlagen in der Eurozone die europäische Gemeinschaftswährung. Der Euro kostete am Abend 1,4440 Dollar und sank damit erstmals in diesem Jahr unter den Wert von 1,45 Dollar.
Besonders hohe Verluste mussten die im DAX notierten Unternehmen Deutsche Börse, Hypo Real Estate und Commerzbank hinnehmen. Unter Abgabedruck gerieten die Bankenwerte nach Berichten über weiteren Abschreibungs- und Kapitalbedarf von Landesbanken. So wurde am Montag bekannt, dass die WestLB von ihren Eigentümern eine milliardenschwere Kapitalspritze erhält. Nach den überraschenden Millionen-Abschreibungen in der vergangenen Woche verbilligten sich Hypo Real Estate um 18,5 Prozent auf 17,98 Euro. Deutsche Börse fielen um 10,2 Prozent auf 103,80 Euro. Commerzbank büßten 10,1 Prozent auf 18,96 Euro ein. Die Bank hatte am Montag bestätigt, dass sie weitere Abschreibungen erwartet.
In dem schwachen Marktumfeld konnten sich Metro und Volkswagen relativ gut behaupten. Volkswagen sanken um 1,0 Prozent auf 148,43 Euro. Metro fielen um 2,3 Prozent auf 52,88 Euro.
Die höchsten Verluste in der zweiten Reihe verzeichneten SGL Carbon, Hochtief und Wacker Chemie. SGL sanken um 12,5 Prozent auf 28,01 Euro. ProSiebenSat1 büßten 11,59 Prozent auf 12,05 Euro. Hochtief fielen um 6,3 Prozent auf 61,37 Euro. Wacker Chemie verbilligten sich um 10,3 Prozent auf 126,90 Euro. Deutsche Euroshop und AWD Holding hielten sich in dem sehr schwachen Marktumfeld relativ gut. Deutsche Euroshop büßten 0,1 Prozent auf 22,05 Euro ein. AWD Holding sanken um 0,1 Prozent auf 29,62 Euro.
Enorme Kursverluste im TexDAX mussten die Solarwerte Centrotherm, Q-Cells sowie Solon hinnehmen. Centrotherm verbilligten sich um knapp 19,8 Prozent auf 34,50 Euro und Q-Cells fielen um 16,5 Prozent auf 55,49 Euro. Solon büßten 14,7 Prozent auf 42,17 Euro ein. Am besten hielten sich Tele Atlas und BB Biotech. Tele Atlas büßten 1,0 Prozent auf 26,80 Euro ein und BB Biotech 1,9 Prozent auf 51,00 Euro.
ddp