Mehr Nutzlast, geringerer Einstiegspreis Der neue Mercedes-Benz Vito

Knapp zwei Monate vor der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover hat Mercedes-Benz den neuen Vito vorgestellt. Die Botschaft ist klar: Mit geringeren Kosten sollen neue gewerbliche Kunden gelockt werden. Der Einstiegspreis sinkt auf unter 18.000 Euro netto.

Ulrich Steudel

Der neue Mercedes-Benz Vito wird auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover der Öffentlichkeit präsentiert. Ausgeliefert werden die ersten Fahrzeuge voraussichtlich Ende des Jahres. - © Foto: Daimler

Die Preissenkung gelingt Daimler freilich durch einen Trick. Denn den neuen Vito wird es auch mit Frontantrieb geben. Das hat mehrere Vorteile. Zum einen ist diese Antriebsart preiswerter zu bauen, weil die Konstruktion für die Kraftübertragung einfacher ist. Zudem wird Gewicht gespart. Beim neuen Vito sind das immerhin 120 Kilogramm, die der Nutzlast zugutekommen. Und schließlich bringen angetriebene Vorderräder ein nur leicht oder gar nicht beladenes Fahrzeug im Winter sicherer über den Berg als ein Heckantrieb.

Den Motor für den neuen Fronttriebler liefert Renault. Er wurde gemeinsam mit den Franzosen entwickelt und kommt auch in der C-Klasse zum Einsatz. Das Dieselaggregat gibt es in zwei Leistungsstufen mit 88 und 114 PS.

Natürlich gibt es den neuen Vito auch mit dem bewährten, allerdings weiterentwickelten Heckmotor mit 136, 163 und 190 PS. Auch er ist durch Downsizing um 60 Kilo leichter geworden. In seiner stärksten Variante erreicht er schon die Abgasnorm Euro 6, wofür er allerdings Ad-Blue benötigt. Der Betriebsstoff kommt bisher vor allem bei schweren Lkw zum Einsatz, um die Abgas zu reinigen, wird aber durch immer strengere Vorschriften in naher Zukunft auch im Transporterbereich notwendig werden.

Außerdem gibt es den neuen Vito mit Allradantrieb, der ausschließlich mit einem Siebengang-Automatikgetriebe angeboten wird. Die Kraftstoffersparnis der neuen Modelle liegt laut Daimler zwischen 0,6 und 2,6 Liter. Im Durchschnitt sinke der Verbrauch um rund 20 Prozent. Bei einer Laufleistung von 20.000 km im Jahr und dem gegenwärtigen Dieselpreis würde das eine Einsparung von bis zu 730 Euro ergeben.

Seitenwind-Assistent in Serienausstattung

Deutlich aufgewertet wurde der neue Vito bei der aktiven und passiven Sicherheit. So gehört der erstmals im Sprinter eingesetzte Seitenwind-Assistent genauso zur Serienausstattung wie die inzwischen vorgeschriebene Reifendrucküberwachung und der sogenannte Attention Assist, der zum Beispiel die Aufmerksamkeit des Fahrers überwacht. Erscheint eine Kaffeetasse im Display, sollte der Fahrer eine Pause einplanen.

Gegen Aufpreis gibt es einen Abstandswarner, Totwinkel- und Spurhalteassistent sowie eine Einparkhilfe, mit der das Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von unter 30 km/h nicht nur geeignete Parklücken erkennt, sondern auch selbstständig in die Lücke steuert.

Insgesamt gibt es den neuen Vito in zwei Radständen und drei Längen. Im Angebot sind reine Kastenwagen sowie der im Handwerk beliebte Mixto mit einer zweiten Sitzreihe und kleinerem Laderaum und der Bus, der den Namen Tourer bekommt und in drei Ausstattungslinien zu haben sein wird. Nicht mehr im Angebot ist die Hochdachvariante, die offenbar kaum nachgefragt wurde.

Gebaut wird der neue Vito wie sein Vorgänger im spanischen Vittoria, wo Daimler nach eigenen Angaben 190 Millionen Euro investiert hat. Auf 5,5 Millionen Testkilometern wurde die Qualität des neuen Vito optimiert. Vor allem am Schließverhalten der Türen und am Geräuschpegel soll es spürbare Verbesserungen geben.

Das ist der neue Mercedes-Benz Vito