Profi-Tipps zur Ladungssicherung Ladung sicher ans Ziel bringen

So kommt heikle Ware sicher zum Kunden, ins Lager oder auf die Baustelle: Was Handwerker bei der Ladungssicherung von den Profis lernen können.

Michael Sudahl

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    © Foto: Rüdinger
    Das Sicherungssystem ist per Schiene in die Ladefläche des Lkw eingelassen. So besteht maximale Flexibilität beim Verzurren der Ladung.
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    © Foto: allsafe
    Die Lochschienen an den Anhängerseiten halten das Gurtsystem an Ort und Stelle. Zusätzlich ist der Karton mit einem Sperrbalken gegen Bremskräfte gesichert.

Ob polierter Edelstahl, Glasscheiben oder Solarmodule. Im Handwerk müssen oft teure und empfindliche Materialien sowie Werkzeuge transportiert werden. Damit alles sicher im Lager oder auf der Baustelle ankommt, ist die richtige Ladungssicherung wichtig. "Kunden verlangen heute pünktliche Zustellung, absolute Zuverlässigkeit und die Sicherheit ihres Transportguts", weiß Thomas Fugel von der Firma allsafe Jungfalk, die Ladungssicherungssysteme entwickelt und herstellt. Neben der Sicherheit im Fahrbetrieb zählt der Key-Account-Manager unbeschädigtes Transportgut und Schnelligkeit als Kriterien auf, die seine Kunden und Besteller zu Grunde legen.

Spediteur Roland Rüdinger aus Krautheim kann ein Lied von heiklem Transportgut singen. Von Solarmodulen über Ventilatoren bis hin zu Lichtkuppeln und Glasfenstern fährt der Logistikdienstleister Empfindliches an seinen Bestimmungsort. Für seine Kunden wie Lichtkuppel-Hersteller Jet und die Fensterfabrik Neuffer ist der sichere Transport einer der Hauptgründe, um bei Rüdinger zu buchen.

Formschlüssige Verladeweise

Damit im Inneren des Lkw nichts wackelt, setzt er zum einen auf formschlüssige Verladeweise. "Die Paletten stehen dicht an dicht, sodass sie in der Kurve keinen Spielraum haben, sich zu bewegen", erläutert Rüdinger. Unterstützen kann man diese Ladungssicherung mit rutschhemmenden Matten und Sperrbalken. Solche Balken oder Rundsperrstangen hat allsafe Jungfalk im Portfolio: "Ihre Festigkeit hängt vor allem vom Querschnitt ab, das Material ist meist Aluminium", erläutert Fugel. Klassischer Fehler, wenn Handwerker ihre Materialien per Formschluss sichern, ist nach seiner Erfahrung der zu große Abstand zur Ware.

"Je näher die Sicherung an der Last, desto weniger Bewegungsfreiheit für die Güter." Um die Sperrbalken zu befestigen, braucht es Lochschienen in den Seitenwänden oder in der Ladefläche des Fahrzeugs, in die die Metallstangen einrasten können. Sichern per Formschluss geht schnell und bedarf keiner größeren Einweisung. Sperrbalken wirken vor allem dann gut, wenn man einheitliche Ladungsträger wie Paletten oder Gitterboxen nutzt. "Handwerkern, die große Mengen an Baumaterial und Werkzeug transportieren, rate ich zu Paletten mit Aufsatzrahmen, in denen sich alles gut verstauen lässt und die eine gute Anlagefläche für Sperrbalken bieten."

Sichern durch Niederzurren

Rüdingers Lkws verfügen über das Sicherungssystem ModuLaSi. Hier wird durch Niederzurren gesichert. Also mit Gurten, die Waren per Zugkraft am Boden des Fahrzeugs festhalten. Die Zurrpunkte, anhand derer die Fracht befestigt wird, sind mit Schienen in die Ladefläche eingelassen. So können sich die physikalischen Kräfte in der Kurve und beim Bremsen kaum übertragen. Mit Hebebühne und speziellem Hebezeug kann Rüdinger Fenster, Maschinen und anderes fehlerfrei verladen.

"Sichern Handwerker mit Gurten, sollte man nach einigen Kilometern die Gurte noch einmal festziehen", sagt Fugel. Wenige Bodenwellen reichen, dass sich die Vorspannkraft der Gurte verringert. "Fährt man mit einem Pritschenwagen, wie es Handwerker gerne tun, und ist die Ladung deutlich höher als die Seitenwand, ist ein Gurtsystem oft die einzige Lösung", weiß er.

Alles hat seinen festen Platz

Heutzutage gibt es clevere Gurtsysteme mit eingebauter Plane oder ganze Netze, die man über die Ladefläche spannt. Nachteil: Will man wirklich gut sichern, dauert das bedeutend länger als beim Formschluss. Speziell für Paketdienste hat allsafe ein Netz entwickelt, das sich per Knopfdruck auf die Ware im Sprinter absenken lässt. Anschließend kann das gesamte System einfach wieder angehoben werden. "Bei Netzen hat man oft das Problem, dass sich die einzelnen Gurte verheddern", sagt Fugel.

Für Installateure und Handwerker anderer Gewerke, die oft mit kleineren Transporten unterwegs sind, hat Fugel noch einen Tipp: "Lassen Sie sich von einem Fahrzeugausrüster ein individuelles Regalsystem in Ihren Transporter einbauen und ergänzen den Innenausbau mit ausreichend Loschschienen." Dann hat alles einen festen und verschlossenen Platz.