2013 gilt als das unfallreichste Jahr seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Todesopfer ist allerdings gesunken. Auf Autobahnen sieht das anders aus. Gründe dafür sind unter anderem neue Medien.
Das Jahr 2013 ist das unfallreichste Jahr seit der Wiedervereinigung gewesen. Dennoch ist die Zahl der Todesopfer insgesamt weiter gesunken. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.
Zahl der Autobahntoten gestiegen
Einen Anstieg der Verkehrstoten gibt es allerdings auf Autobahnen. Laut Destatis hat dort die Zahl der Getöteten um 10,6 Prozent zugenommen. Darüber hinaus weist Destatis auf den großen Rückgang der Verkehrstoten unter Jugendlichen hin. Die Zahl der Todesopfer im Alter von 15 bis 17 Jahren sei um 21,2 Prozent auf 89 Jugendliche zurückgegangen.
Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer warnt jedoch davor, aus den Zahlen eine allgemeine Entwicklung abzulesen. Er schließt nicht aus, dass die erhöhten Opferzahlen mit gesteigerter Unaufmerksamkeit zusammenhängen, die aus dem Trend zur Bedienung von Handys am Steuer folge. "Es kann aber auch sein, dass ein Einzelereignis wie eine Massenkarambolage an einem Stauende in der Statistik des Bundesamtes zu einer Zufallsschwankung geführt hat."
Mobile Endgeräte bergen Herausforderung
Unabhängig von den aktuellen Unfallzahlen sieht Brockmann im Lesen von SMS und E-Mails oder dem sonstigen Bedienen mobiler Endgeräte aber eine große Herausforderung. "Es kann sein, dass die Unfallzahlen aufgrund dieses Trends erst einmal steigen, ausgeschlossen ist das nicht", sagt er. "Zunehmend werden Pkw aber mit Notbremsassistenten ausgerüstet, und ab 2015 werden alle Lkw als Neuwagen mit dieser Technik ausgestattet." Langfristig erwartet der Unfallforscher mit der Verbreitung solcher Sicherheitssysteme deshalb weiter sinkende Unfallzahlen.
Autofahrer ruft Brockmann generell zu absoluter Aufmerksamkeit während der Fahrt auf. "Beide Augen müssen immer auf der Straße sein", sagt er. Selbst wer sich nur eine Sekunde vom Verkehrsgeschehen abwende - etwa wenn er eine CD wechsle - könne oft nicht mehr früh genug reagieren, wenn vor ihm jemand stark bremse.
Weniger Verkehrstote denn je
Laut Destatis sind 2013 3.339 Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen. Das sind 261 (minus 7,3 Prozent) weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Verletzten ging um 2,7 Prozent auf rund 374.000 Personen zurück. Im Jahr 2013 wurden nach Angaben der Statistiker insgesamt rund 2,4 Millionen Unfälle auf den Straßen gezählt, was einem Anstieg um 0,5 Prozent im Jahresvergleich entspricht. dhz/dpa/destatis
