Die Notrufnummer 112 gilt in allen EU-Ländern. Das wissen allerdings nicht alle. Der Europäische Tag des Notrufs soll das ändern. Die Organisation Dekra unterstützt den Aktionstag und gleichzeitig ein neues Notrufsystem.

Egal ob vom Festnetz oder vom Handy – in allen EU-Mitgliedsstaaten gilt die 112. Allerdings tritt die Nummer nicht an Stelle der bestehenden nationalen Notrufnummern. In den meisten Ländern ergänzt sie diese. Dänemark, Finnland, die Niederlande, Portugal, Schweden und seit Kurzem auch Rumänien haben sich jedoch für die 112 als einzige Notrufnummer entschieden. Auch außerhalb der EU wird die Notrufnummer in einigen Ländern verwendet, wie etwa in der Schweiz und Südafrika und ist weltweit in GSM-Mobilfunknetzen nutzbar.
Jedes Jahr im Februar
Um das möglichst allen EU-Bürgern bekannt zu machen, gibt es den Europäischen Tag des Notrufs. Er findet jährlich am 11.2. statt. Auch in diesem Jahr wird er von der Sachverständigenorganisation Dekra unterstützt. "Im Notfall gibt es keine Zeit zu verlieren: Je schneller die Rettungskräfte beispielsweise nach einem Verkehrsunfall informiert werden, umso mehr Menschenleben können gerettet werden", so Clemens Klinke, Vorstandsmitglied der Dekra. "Gerade angesichts des zunehmenden grenzüberschreitenden Verkehrs in Europa ist es deshalb ein wichtiges Anliegen, das Bewusstsein für die EU-weit einheitliche Notrufnummer zu schärfen. Denn im Ernstfall wird sonst wertvolle Zeit mit der Suche nach der richtigen Telefonnummer vertan."
"eCall“- System ortet Unfallfahrzeuge
Auch der nächste Schritt zur schnelleren Alarmierung der Rettungskräfte in Europa wird von Dekra unterstützt. Hierbei handelt es sich um das System „eCall“. Nach dem Willen der EU-Kommission soll das automatische Notrufsystem in allen ab 2015 neu zugelassenen Fahrzeugen installiert sein. Bei einem Unfall wird automatisch die Rettungsleitstelle kontaktiert und das Fahrzeug geortet. Falls der Fahrer nicht mehr in der Lage ist, mit der Leitstelle zu kommunizieren, kann aufgrund der automatisch gemeldeten Daten trotzdem schnell ein Rettungseinsatz gestartet werden.
Dekra hat sich als Zertifizierungsorganisation an mehreren Pilotprojekten zum eCall beteiligt und unterstützt auch die „European eCall Implementation Platform“, die sich um die technische Umsetzung der Pläne kümmert. "Die Einführung von eCall ist ein wichtiger Baustein dafür, die ambitionierten Ziele der EU mit Blick auf die Verkehrssicherheit zu erreichen – nämlich die weitere Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2020", so Dekra Vorstand Klinke. dhz