Die Berechnung der Fahrkosten kann schnell zum Streitfall zwischen Auftraggeber und Handwerksunternehmen führen. Abhilfe schaffen soll deshalb die App "X-Route", mit der Handwerksunternehmer die Fahrkosten genau berechnen können.
Die App funktioniert dabei folgendermaßen: Der Nutzer gibt Start- und Zieladresse ein. Basierend auf den Daten von Google Maps werden Entfernung und Fahrtzeit berechnet. Es folgt die Eingabe, ob es sich um eine "organisierte Fahrt" im Rahmen der Tagestour handelt, die zu 30 Prozent auf den Kunden umgelegt wird, oder um einen Notfalldienst, bei dem Hin- und Rückfahrt einzeln abgewickelt und voll in Rechnung gestellt werden.
Anhand des zuvor individuell hinterlegten Stundensatzes und des genutzten Fahrzeugs rechnet die App diese Daten dann in Fahrtkosten um. Und weil bei der Arbeit eines Installateurs ein anderes Fahrzeug im Einsatz ist als etwa bei einem Dachdecker, können Nutzer bei der App zwischen vier Fahrzeugklassen wählen. Daneben haben sie Möglichkeit einer individuellen Eingabe.
Fahrkosten per Mail versenden
Die errechneten Fahrkosten lassen sich per Mail versenden und im Rahmen eines Angebots an den Kunden weiterleiten. So wird dieser schon im Vorfeld des Arbeitsauftrags schriftlich über die Fahrkosten informiert. Auf diese Weise sollen sich Konflikte vermeiden lassen. Darüber hinaus können alle Daten archiviert werden. Auch die aktuelle Rechtsprechung wird berücksichtigt. Regelmäßige Updates sorgen dafür, dass das Tool auf dem neuesten Stand ist.
"Auch ich habe täglich mit diesem Thema zu tun und weiß um die Notwendigkeit einer praktischen und zuverlässigen Berechnungsmöglichkeit", erläutert Metallbaumeister Ralf Kramer. Er ist gleichzeitig der Ideengeber für die App mit dem Namen "X-Route". "Ich wollte einen Modus, der eine saubere Kalkulation in wenigen Schritten ermöglicht und für den Kunden transparent macht – und das überall und jederzeit", sagt Kramer.
Klare gesetzliche Regelungen
Doch eigentlich ist die Gesetzeslage klar: Laut einem Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs von 1991 sind Fahrzeiten von Handwerkern als Arbeitszeiten anzusehen. Darüber hinaus hat das Oberlandesgericht Düsseldorf 2012 entschieden, dass bei Aufträgen mit einem Zeitaufwand von wenigen Stunden Kosten für Fahrzeit (einschließlich Rüst- und Parkplatzsuchzeiten) sowie anteilige Fahrkosten dem Kunden in Rechnung gestellt werden dürfen. Fahrtzeiten können dabei kilometergenau, Fahrzeugkosten pauschal geltend gemacht werden. Praktiker wissen: Häufig kommt es über die Höhe und das Zustandekommen der Kosten zum Streit.
"X-Route" ist sowohl im App Store von Apple für iPhone und iPad sowie bei Google Play für Android-Betriebssysteme erhältlich. Die App kostet einmalig 8,99 Euro für eine unbegrenzte Anzahl an Berechnungen. Nähere Informationen sowie ein Erklärvideo zur App stehen auch auf xroute.de bereit. dhz