Kfz-Schiedsstellen Bilanz: 90 Prozent der Fälle im Vorverfahren geregelt

Werkstattreparaturen sind für Autofahrer ein Ärgernis. Wenn dann noch die Werkstattrechnung zu hoch ist, sitzt der Frust tief. Für diese Fälle gibt es die Kfz-Schiedsstellen. Allerdings haben diese 2012 vergleichsweise wenig zu tun gehabt.

1.200 Fälle sind laut Angaben des ZDK 2012 vor die Schiedskommission gekommen. Von mehr als 74 Millionen Wartungs- und Reparaturaufträgen sei das laut des Verbands gering. - © ProMotor

Im vergangenen Jahr sind bundesweit knapp 10 000 Anträge von Werkstattkunden und Gebrauchtwagenkäufern bei den Schiedsstellen eingegangen. Fast 90 Prozent davon wurden bereits im Vorverfahren geregelt.

Vor die so genannte Schiedskommission sind knapp 1.200 Fälle gekommen. Laut Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbes sei das wenig im Vergleich zu den mehr als 74 Millionen Wartungs- und Reparaturaufträgen, die 2012 in den Kfz-Meisterbetrieben durchgeführt wurden.

Rechnungshöhe auf Platz 1

Hauptgrund für außergerichtliche Streitigkeiten ist 2012 die Rechnungshöhe mit 3.974 Fällen gewesen. Sie liegt deutlich vor dem Punkt "unsachgemäße Arbeit“ mit 3.435 Fällen. Auf Platz 3 landen mit 2.880 Fällen nicht in Auftrag gegebene und trotzdem durchgeführte Arbeiten.

Bei den Gebrauchtwagen-Schiedsstellen sind insgesamt 1.382 Fälle "technische Mängel" am erworbenen Fahrzeug der Hauptgrund gewesen, gefolgt von den Themen "Unfallschaden" mit 243 Fällen sowie "fehlerhafte Gesamtfahrleistung". Hier sind es 41 Fälle gewesen.

Schlichtung zwischen Kunde und Werkstatt

Wenn Autofahrer und Werkstatt sich streiten, hilft die Kfz-Schiedsstelle und findet in der Regel eine Lösung. Bundesweit gibt es knapp 130 Schiedsstellen, die bei den Kfz-Innungen oder Landesverbänden zu finden sind. Sie vertreten die zirka 38.000 Betriebe der Kfz-Innungen, erkennbar am blau-weißen Meisterschild.

Geleitet wird die Schiedskommission von einem zum Richteramt befähigten Juristen. Hinzu kommen Vertreter des Kfz-Gewerbes und des ADAC sowie ein Kfz-Sachverständiger der Deutschen Automobil-Treuhand. Bei Streitigkeiten aus Reparaturaufträgen ergänzt ein Sachverständiger einer anerkannten Prüforganisation das Gremium. Dadurch werden sowohl die Handwerks- als auch die Verbraucherinteressen gleichermaßen berücksichtigt.

Das Verfahren vor der Kfz-Schiedsstelle ist für den Autofahrer kostenlos und entlastet die Justiz. Ist der Kunde mit  dem Schiedsspruch unzufrieden, kann er ein ordentliches Gericht anrufen. dhz