Noch sind sie auf Deutschlands Straßen unterwegs. Trabis haben mittlerweile Kultstatus erreicht und erfreuen sich gerade bei Ostalgikern großer Beliebtheit. Doch ihre Art ist vom Aussterben bedroht. Der Trabi-Schwund macht sich auf den Straßen bemerkbar.

23 Jahre nach der Wiedervereinigung ist auf deutschen Straßen immer noch ein echter DDR-Klassiker unterwegs. Laut den jüngsten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg rollen noch knapp 32.500 Trabis durch die Lande.
Allerdings wird der kleine Flitzer mit 26 PS immer seltener. Wie das Bundesamt mitteilt, sind 1993 noch mehr als 920.000 Exemplare unterwegs gewesen. Verbreitungsgebiet sind jedoch vorwiegend die fünf neuen Bundesländer sowie Ost-Berlin gewesen.
Daran hat sich im Wesentlichen nichts geändert. Auch heute werden die meisten Trabis im früheren DDR-Gebiet gefahren. Spitzenreiter bei den Liebhabern der alten Autos ist Sachsen mit derzeit noch über 8.600 Fahrzeugen. Dahinter liegen Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Der letzte Trabi rollte im Werk der Zwickauer Firma "Sachsenring" 1991 vom Band.
Trabis und Wartburg als Oldtimer gefragt
Vom Aussterben bedroht ist nicht nur der als "Rennpappe" verschriene Trabant, sondern auch der im thüringischen Eisenach ebenfalls bis 1991 produzierte Wartburg, auch unter dem Namen "Plastebomber" bekannt. Er galt als das Mittelklasseauto der DDR. Von 402.590 Autos mit dem Namen der geschichtsträchtigen Eisenacher Burg sind derzeit bundesweit gerade noch 7.195 zugelassen.
Wie viele der Trabant 601 oder Wartburg 353 es bereits zum Oldtimer-Status gebracht haben, ist offen. Die genaue Zahl lässt sich auch nach Angaben der Sprecherin des Bundeskraftfahramtes nicht beziffern. Immerhin dürften alle noch zugelassenen und in möglichst unverändertem Zustand erhaltenen DDR-Klassiker als sogenannte "Youngtimer" durchgehen. Das sind Autos im Alter von 15 bis 29 Jahren.
Jährliche Kultparty
Zu Hause ist es doch am Schönsten. Das denken sich auch zahlreiche Trabi-Fans, die sich einmal im Jahr in der Geburtsstadt Zwickau treffen. Für ein paar Tage lang wird dort geknattert, was das Zeug hält. Auf dem Internationalen Trabi-Treffen wimmelt es nur so von Exoten und guterhaltenen Klassikern. Für Aussteller und Besucher ist das jedes Jahr eine echte Attraktion. dhz/dpa