Zertifizierung von Nutzfahrzeug-Umbauten Opel setzt auf Auslagerung und auf viele Varianten

Bei seinen Nutzfahrzeugen setzt der Konzern auf ein Händlernetz. Über das bietet der Hersteller mehr zertifizierte Nutzfahrzeug-Umbauten von Partnerunternehmen an, ohne dass die Qualität verloren geht. Für Handwerksbetriebe nicht uninteressant.

Ulrich Steudel

Der Opel Movano als Autotransporter mit Luftfederung an der Hinterachse. Für das Foto hat er einen Opel Laubfrosch geschultert. Der Opel 4 PS, so der offizielle Name, wurde 1924 als erstes deutsches Auto am Fließband gefertigt und gilt als Plagiat des Citroën 5CV. Dieser Vorwurf soll die Vorlage für die Redewendung "dasselbe in Grün" geliefert haben. - © Foto: GM Company

Opel will bei seinen Nutzfahrzeugkunden mit mehr Vielfalt und Service punkten. Bisher können Combo, Vivaro und Movano ab Werk zusammen in mehr als 330 Varianten geliefert werden. Durch Auf- und Umbauten zertifizierter Drittanbieter möchte Opel seine Transporterflotte deutlich erweitern, ohne dass der Gewerbetreibende sich selbst um die Anpassung des Fahrzeuges an seine speziellen Bedürfnisse kümmern muss.

Rund 50 Partner hat Opel als Umrüster seiner Nutzfahrzeuge bisher zertifiziert. Die Partnerbetriebe liefern etwa 100 zusätzliche Varianten. Bis Ende des Jahres sollen weitere 100 hinzukommen, kündigte der zuständige Opel-Manager Franz Jürgen Esser an. "Damit wollen wir die Lücken in unserem Portfolio schließen", sagt Esser. Die umgerüsteten Fahrzeuge könnten direkt beim Opel-Händler bestellt werden, wo der Kunde die gleichen Vorteile habe wie bei einem Werksopel, inklusive der Leasing- und Finanzierungsangebote.

Zu den von Opel zertifizierten Umbauten zählen unter anderem Aufbewahrungs- und Regalsysteme für Kastenwagen, Kühl- und Isotherm-Aufbauten für den Transport von Lebensmitteln entsprechend den jeweiligen EU-Verordnungen sowie weitere Spezialanfertigungen, zum Beispiel für Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr

Neu: Combo mit Hochdach

Für Handwerksbetriebe gibt es maßgeschneiderte Lösungen für den Transport großer Glasscheiben und Paneele  oder Verkaufsfahrzeuge. Weitere Sonderaufbauten für den Movano sind Leichtlast-Kräne oder individuelle Aufbewahrungslösungen für Material und Werkzeug. Zudem eignet sich der 3,5-Tonner hervorragend für den Ausbau zum Autotransporter. Eine Luftfederung und Allradantrieb auf Basis der Heckantriebler stehen ebenfalls auf der Liste der verfügbaren Sonderausstattungen.

Für den kleinen Combo, den es neuerdings auch mit Hochdach und langem Radstand gibt, sind ebenfalls Kühl- und Hygienefahrzeuge wie auch die klassischen Werkstattausbauten verfügbar.

Der Opel Combo wird zusammen mit dem Fiat Doblò in der Türkei gebaut. Die jüngste Version mit langem Radstand und Hochdach bietet mit bis zu 5,4 m³ ein vergleichbares Ladevolumen wie der kleinste Vivaro. - © Foto: GM Company
Opel Nutzfahrzeuge 2

Service für Gewerbekunden

Mit zwei neuen Angeboten will Opel über sein Händlernetz – in Deutschland sind etwa die Hälfte der knapp 1.900 Opel-Händler auf Nutzfahrzeuge spezialisiert – den Gewerbekunden mehr Service bieten. Für Handwerksbetriebe dürfte vor allem das Programm "Flex Care" interessant sein, das für kleine Flotten bis 25 Fahrzeuge konzipiert ist. "Unsere Gewerbekunden müssen immer mobil sein. Mit Flex Care erhalten sie bei unseren Händlern Service ohne Voranmeldung", betont Marketing-Manager Lars Steinweg. Neben Pannenservice und einer kostenlosen Jahresinspektion steht bei Bedarf ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung. Zudem verlängert sich die übliche zweijährige Garantie auf fünf Jahre oder 160.000 Kilometer.

"Opel Flex Care" wird von September an zunächst in Italien und Ungarn angeboten, soll aber spätestens in zwei Jahren in ganz Europa verfügbar sein. Ein zweites Service-Paket unter dem Titel „Opel 4 Business“ richtet sich an Betreiber von großen Flotten und kommt Anfang 2014 zuerst auf den belgischen Markt.