Rallye Aïcha des Gazelles Zwei Handwerkerinnen sind heiß auf die Wüste

Am 16. März fällt in Paris der Startschuss für die Frauenrallye Aïcha des Gazelles, bei der Larissa Lauber und Sabrina Mayer in einem Mercedes-Benz Sprinter das deutsche Handwerk vertreten. Nach der technischen Abnahme folgt der Transfer über Barcelona, Tanger und das Atlasgebirge zum eigentlichen Startpunkt: die marokkanische Wüste.

Ulrich Steudel

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    © Foto: Ulrich Steudel
    Fahrzeug und Besatzung: Larissa Lauber als Co-Pilotin und Sabrina Mayer als Fahrerin starten im Mercedes-Benz Sprinter bei der Rallye Aïcha des Gazelles.
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    © Foto: Marie Luise Schulz
    Augenoptikermeisterin Larissa Lauber freut sich über die Unterstützung der Firma ­Siebert, deren Geschäftsführer Christian Großmann ihr für die Rallye alles Gute wünscht.

Sie können es kaum noch erwarten: Larissa Lauber und Sabrina Mayer sind auserkoren worden, das Team von Holzmann Medien bei der Rallye "Aicha des Gazelles" zu vertreten. Ein Abenteuer, das durch die marokkanische Sahara geht.

Beifahrerin Larissa Lauber

Nahezu täglich brütet Larissa Lauber seit Wochen über Landkarten, erkundet mit Google Earth virtuell die Landschaft zwischen Tisserdimine und Foum Zguid, dem Start- und Zielpunkt der diesjährigen Rallye.

Ihre Freizeit gehörte in den vergangenen Tagen ganz der Vorbereitung auf das große Rennen, bei dem sie als Beifahrerin für die Navigation verantwortlich sein wird. Verantwortung übernimmt sie auch in ihrem Berufsalltag.

Seit Oktober arbeitet Larissa Lauber als Augenoptikermeisterin bei der Firma Siebert in Marburg. „Zuvor war ich bei einem Filialisten tätig, wollte aber unbedingt wieder richtig handwerklich arbeiten“, sagt die 23-Jährige, die schon bei einem Schulpraktikum die Vielseitigkeit im Handwerk beeindruckt hat.

So war ihr Berufswunsch frühzeitig geweckt: Nach dem Fachabitur absolvierte Larissa Lauber ihre Lehre bei der Firma Schwarz in Biedenkopf, um unmittelbar danach die Meisterschule in Diez bei Limburg zu besuchen. Schneller und geradliniger kann eine beruf­liche Karriere im Handwerk kaum verlaufen.

Ihre Zielstrebigkeit wird Larissa Lauber bei der Rallye sicher zugutekommen. Nur mit Karte und Kompass muss sie den 2.500 Kilometer langen Weg durch die nordwestlichen Ausläufer der Sahara finden. „Wir sind sehr gut vorbereitet, aber wie es in der Wüste dann wirklich sein wird, können wir uns wahrscheinlich gar nicht vorstellen“, fiebert Larissa Lauber dem größten Abenteuer ihres Lebens entgegen.

Ihr Chef Christian Großmann und ihr Partner Patrick Balzer drücken jedenfalls schon ganz fest die Daumen. Immerhin war es der selbstständige Kfz-Meister, der seiner Freundin die Ausschreibung für die Rallye unter die Nase gehalten hatte.

Fahrerin Sabrina Mayer

Nutzfahrzeuge haben die 30-jährige Sabrina Mayer schon als kleines Mädchen fasziniert, ist sie doch in einem landwirtschaftlich geprägten Umfeld aufgewachsen. Heute vergeht kein Tag, an dem sie nicht mit Transportern und Lkws zu schaffen hat. Die Betriebswirtin leitet das Büro beim Fahrzeugbau Wörner in Reichenbach an der Fils im Landkreis Esslingen. „Wir sind ein richtiges Familienunternehmen“, sagt Sabrina Mayer.

Sabrina Mayer mit der Führungsriege von Fahrzeugbau Wörner: Vater Eugen Greiner führt die Geschäfte, Ehemann ­Markus Mayer leitet den Fahrzeugbau, Bruder Matthias Greiner (v.li.) die Kfz-Abteilung. - © Foto: KD Busch
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Ihr Ehemann Markus leitet die Abteilung Fahrzeugbau, Bruder Matthias Greiner die Kfz-Abteilung. Vater Eugen Greiner hat das 1937 gegründete Unternehmen im Jahr 2000 als Geschäftsführer übernommen. Die 25 Mitarbeiter kümmern sich um alle Dienstleistungen rund ums Nutzfahrzeug – vom 3,5-Tonner bis hin zum schweren Sattelauflieger.

Dass Sabrina Mayer als gelernte Kauffrau für Bürokommunikation nicht nur an ihrem Schreibtisch klebt, davon zeugt ihr Lkw-Führerschein. „Und mit einer Seilwinde kann ich auch umgehen“, sagt sie selbstbewusst. Trotzdem haben Sabrina Mayer und Larissa Lauber den Einsatz der Seilwinde noch einmal geübt. Sollten sie im nordafrikanischen Saharasand doch einmal stecken bleiben, dann wollen sie wenigstens gerüstet sein.

Allmählich steigt das Lampenfieber, bis zum symbolischen Start der 150 ­Teams in Paris dauert es nicht mehr lang. Das Team mit den beiden deutschen Handwerkerinnen wird mit Startnummer 318 ins Rennen gehen.