Neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sollen ab 2020 weniger Kohlendioxid ausstoßen als bisher. Die EU-Kommission will die Vorgaben für Autobauer verschärfen. Doch das könnte für Fahrzeugkäufer teuer werden. Wirtschaftsminister Rösler mahnt zu "Regulierungsmaßnahmen mit Augenmaß".

Den Kohlendioxidausstoß von Pkw und Nutzfahrzeugen weiter zu reduzieren, ist aus umwelttechnischen Gründen sinnvoll und gleichzeitig kraftstoffsparend. Wie eine Studie vom Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt, steigen damit aber auch die Kosten für Fahrzeugkäufer. Die Mehrkosten würden sich für den durchschnittlichen Fahrzeugkäufer nicht über Kraftstoffeinsparungen amortisieren, heißt es in der Studie.
Autoindustrie wird Kosten weitergeben
Die von der EU-Kommission vorgeschlagene weitere Absenkung des Kohlendioxidausstoßes bei Neuwagen soll bis 2020 bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen umgesetzt sein. Für schwere Nutzfahrzeuge wird sie noch diskutiert. Da die Absenkung aus technischer Sicher jedoch immer aufwendiger und forschungsintensiver wird, müssen die Verbraucher aus Sicht der Fahrzeugexperten damit rechnen, dass die Autoindustrie die Kosten weitergibt.
Die Absenkung, die die EU-Kommission anpeilt, entspricht einer Emissionsreduktion um etwa 30 Prozent im Vergleich zu den tatsächlichen durchschnittlichen Emissionen der Neuwagenflotte im Jahr 2011. Der Flottenzielwert soll dann bei 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer liegen.
Rösler will Bonusregelungen überarbeiten
Wirtschaftsminister Rösler begrüßt die Vorschläge zur Weiterentwicklung der CO2-Regulierung zwar, aber er weist auch darauf hin, dass die Pläne verbessert werden müssen. "Wir müssen bei den Regulierungsmaßnahmen mit Augenmaß vorgehen", mahnte er mit Blick auf die Ergebnisse der Studie.
Da die Automobilindustrie ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft sei und hierzulande mehr als 700.000 Arbeitsstellen sichere, will die "Flexibilität für Autohersteller bei der Zielerreichung sicherstellen". So will er die Bonusregelungen für besonders emissionsarme Fahrzeuge wirksamer ausgestalten. In welcher Form er neue Anreize für den Autokauf schaffen will, ließ er jedoch noch offen.
Wie die Tageszeitung "Die Welt" schreibt, könnten die Anschaffungskosten für einen Neuwagen um "2.800 bis 3.600 Euro" steigen. Einer zweiten Studie zufolge steigen die Mehrkosten für leichte Nutzfahrzeuge noch stärker. Für diese Fahrzeugklasse müssten Autokäufer demnach mit rund 6.600 Euro Aufschlag rechnen. jtw