Die Benzinpreise erregen die deutschen Autofahrer täglich aufs Neue. Der ADAC hat jetzt eine Vergleichsstudie veröffentlicht, die zeigt, in welcher Stadt man an Markentankstellen gerade spart und wo man vor allem besonders viel bezahlen muss. Eine Benzinpreis-App soll den Autofahrern bald die Suche nach dem günstigsten Preis erleichtern.
Und täglich grüßt das Murmeltier – um welche Tankstellen mache ich heute lieber ein großen Bogen und wo komme ich vergleichsweise günstiger weg? Eine Detektivarbeit, für die nicht jeder Zeit und Nerven hat. Oft bleibt nur der ernüchternde Blick auf die Anzeigetafeln, die einem die restliche Laune nach Feierabend auch noch nehmen. Dabei gibt es an den Markentankstellen in den deutschen Städten ein regionales Gefälle, wie der ADAC jetzt in einer Vergleichsstudie festgestellt hat. Eindeutiges Urteil des größten Automobilclubs in Deutschland: Benzin und Diesel werden derzeit zu teuer verkauft! Super E10 ist nach den Recherchen des ADAC aktuell in der Hansestadt Lübeck am teuersten. Ein Liter kostet hier 1,657 Euro. Beim Diesel weisen die Markentankstellen in den Städten Berlin, Münster, Mannheim, München und Lübeck die höchsten Preise aus. Dort kostet der Liter im Schnitt 1,529 Euro.
Chemnitzer Tankstellen mit günstigstem Benzin
Im bundesweiten Vergleich kommen die Autofahrer im Moment an den Zapfsäulen in Chemnitz und Augsburg am preiswertesten weg. In Chemnitz kostet demnach ein Liter Super E10 aktuell 1,624 Euro und damit um 0,5 Cent weniger als in der zweitgünstigsten Stadt Würzburg. Will man den Markentankstellen günstiges Diesel tanken, tut man dies am besten in Augsburg. Dort kostet der Liter 1,495 Euro, dicht gefolgt von Würzburg mit 1,497 Euro. Der Automobilclub rät den Autofahrern grundsätzlich, die Preise vorher im Internet zu vergleichen. Auch die Nutzung "Freier Tankstellen" lohnt sich im Vergleich zu den Markentankstellen oft.
Grünes Licht für Benzinpreis-App
Gute Nachricht kommt hingegen aus dem Bundeskabinett. Das hat nun den Weg für eine Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt frei gemacht. An diese Einrichtung müssen alle größeren Tankstellen in Zukunft innerhalb von fünf Minuten jede Preisänderung elektronisch melden. Diese Informationen sollen dann, so der Plan des Bundeskartellamtes, in nahezu Echtzeit an die Autofahrer mittels Internet-Portalen, Handy-Apps oder Auto-Navis weitergegeben werden. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zeigte sich zuversichtlich, "dass die Tankstelen-App bis zum Sommer steht". Dann wird sich zeigen, ob die Autofahrer von diesem Informationsdienst auch tatsächlich einen wirtschaftlichen Nutzen haben. Der Bundesrat nickte bereits im November diese Transparenzstelle ab. Wenn jetzt auch die rechtlichen Fragen zur Datenerfassung und -weitergabe geklärt worden sind, kann die Stelle im Bundeskartellamt ihre Arbeit aufnehmen. dhz
